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# 01 | 2015 Juli/August

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MALLORCA PERFEKTE

MALLORCA PERFEKTE VIELFALT ER TRAMUNTANA-GEBIRGE PALMA MALLORCA ALCUDIA CAN PICAFORT von Andrea Löw Wer Anfang März auf Mallorca die Straße überqueren will, die sein Hotel vom Strand trennt, muss höllisch aufpassen. Den ganzen Tag über rasen Radfahrer vorbei, denen Mallorca im Frühjahr zu gehören scheint. Aber wir Läufer werden von Jahr zu Jahr mehr. Manchmal bremst sogar einer der Radfahrer für uns, wenn wir auf dem Weg zum morgendlichen Dauerlauf über die Straße müssen. Endlich wieder nur in Shorts und T-Shirts zu laufen – spätestens seit Anfang Januar sehnen wir uns danach, und genau das bietet Mallorca im März. Die Anziehungskraft der Insel auf Läufer wird immer größer. Und die entdecken traumhafte Strecken sowohl auf Straßen und befestigten Wegen als auch im Gebirge und an den Küsten. Für Läufer ist Mallorca ein wahres Paradies. Im März, wenn die ersten Running Camps stattfinden, ist es noch recht ruhig. Die Touristenorte an den Stränden erwachen ganz langsam aus dem Winterschlaf. Nach und nach öffnen die Hotels, Geschäfte und Restaurants. Nichts zu hören vom klischeehaften Ballermann-Getöse. Radfahrer, Läufer, Wanderer und Urlauber, die einfach etwas Ruhe und Erholung suchen, sind unter sich. Seit dem vergangenen Jahr verfügt Mallorca auch im Frühjahr über ein Wettkampf-Highlight neben dem Mallorca-Marathon in Palma, der seit über zehn Jahren immer im Oktober Tausende Läufer anlockt. Am Weltfrauentag liefen über 1000 Frauen beim Women’s Marathon 10 Kilometer, Halbmarathon oder die volle Distanz. Das jüngste mallorquinische Lauf-Event ist nach der Startnummer benannt, mit der sich Kathrine Switzer 1967 an den Start des Boston-Marathons schmuggelte: 261. Die US-Läuferin, die zu den größten Ikonen des Frauensports zählt, schickte die Läuferinnen mit motivierenden Worten auf die Strecke des Events, das an ihre eigene Geschichte erinnert. 1967 stand Kathrine Switzer am Start des Boston-Marathons, obwohl es Frauen damals verboten war, so lange zu laufen. Die Studentin hatte die Organisatoren ausgetrickst, indem sie sich nur mit ihren Initialen als K.V. Switzer angemeldet hatte. Daraufhin hatte man ihr die Startnummer 261 gegeben. Frauen durften damals nur Wettkämpfe bis zu 800 Metern laufen. Weiter sei zu anstrengend für sie, manch einer argumentierte sogar, dass längeres Laufen Frauen unfruchtbar mache, da es ihre Gebärmutter schädige. Damit wollte sich Kathrine Switzer nicht abfinden. Gemeinsam mit ihrem Freund ging sie heimlich an den Start. Doch dann bemerkte Renndirektor Jock Semple sie während des Marathons. Entsetzt, dass eine Frau auf der Marathonstrecke lief, versuchte er sie von derselben zu zerren und wollte ihr die Startnummer, eben die Nummer 261, vom Leib reißen. Es kam zu tumultartigen Szenen, denn Switzers Freund, ein kräftiger Football-Spieler, drängte Semple zu Seite. Kathrine Switzer finishte diesen denkwürdigen Marathon in Boston in 4 Stunden und 20 Minuten. Die Fotos von den Tumulten erschienen in den Zeitungen und lösten weltweit Diskussionen darüber aus, ob man Frauen weiterhin verbieten könne, Marathon zu laufen. 1972 war es dann so weit: Offiziell durften Frauen in Boston an den Start gehen. Kathrine Switzer wurde Dritte in 3:29:51. Doch ihr Kampf war noch nicht beendet. 1972 war sie als Journalistin bei den Olympischen Spielen in München und setzte sich hier und in der Folge dafür ein, dass Frauen auch bei Olympischen Spielen über die Marathon-Distanz an den Start gehen dürfen. 1984 in Los Angeles war auch dieses Ziel erreicht. Switzer sagt: „Laufen hat das Leben von Frauen auf der ganzen Welt verändert, es gibt ihnen Kraft und Selbstbewusstsein.“ Die zweite Auflage des 261 Women‘s Marathon fand dieses Jahr am 8. März, dem Weltfrauentag statt. Kathrine Switzer erklärt am Vortag während ——— 062 EVENTS & REISEN ER

DIE NÄCHSTEN RENNEN AUF MALLORCA 18.10.2015 Palma de Mallorca-Marathon 19.-22.11.2015 K42 Transmallorca-Run 27.12.2015 Silvesterlauf in Palma de Mallorca MARATHON-PIONIERIN KATHRINE SWITZER GIBT DEN STARTSCHUSS ZUM FRAUEN-RENNEN IN PALMA, DAS NACH DER STARTNUMMER 261 BENANNT IST, MIT DER SIE SICH 1967 INS FELD BEIM BOSTON- MARATHON SCHMUGGELTE der Nudelparty im Hard Rock Café, die 261 sei ein „Symbol der Furchtlosigkeit, des Muts“ – dafür steht sie selbst sehr glaubhaft ein. Sie gibt nicht nur ihren Namen für das Event, nein, Kathrine Switzer ist die ganze Zeit präsent, feiert die Frauen, die hier am Start sind, umarmt jede von ihnen beim Zieleinlauf. Dieses Erlebnis genossen Frauen aus 23 Ländern und wurden im Ziel statt mit einer normalen Medaille mit einer Halskette belohnt. Das Rennen ist aber nur eine von vielen Möglichkeiten, Mallorca laufend kennenlernen, Laufreisen auf die Insel werden vor allem im Frühjahr und Herbst angeboten. Wir sind in der Woche vor dem Frauenlauf mit der Laufcampus-Mannschaft von Andreas Butz auf den Trails rund um Can Picafort unterwegs. So ein Camp bedeutet jede Menge Spaß in einer netten Gruppe auf wunderschönen Trails in den Bergen und am Meer. Außerdem ruhige Läufe in Naturschutzgebieten am Strand und im Wald, Tempoläufe, Lauf-ABC und Athletiktraining. Jeden Morgen um sieben Uhr Yoga, jeden Abend Vorträge zum Laufstil, zur Trainingsplanung, zur Ernährung oder über das richtige Equipment für Trailrunner. Hobbyläufer haben die Gelegenheit, sich einmal voll und ganz auf ihre Leidenschaft zu konzentrieren. Unsere Trails auf der Halbinsel La Victoria, in den Serres de Llevant bei Arta und im bekannten Tramuntana-Gebirge sind gigantisch schön und sehr abwechslungsreich. Die Anstiege treiben den Puls in die Höhe, die Ausblicke sind fantastisch. Der Kopf wird frei und spätestens auf diesen Trails sind alle Gedanken an die Arbeit oder andere noch zu erledigende Dinge vollkommen verschwunden. Es zählt nur das Hier und Jetzt, wir erleben ein Gefühl von grenzenloser Freiheit. Das pure Läuferglück eben. Höhepunkt der Trailrunning-Woche ist der Ausflug in die Serra de Tramuntana, einen Gebirgszug im Nordwesten Mallorcas, der 2011 von der UNESCO zum Welterbe erklärt wurde. Wir laufen rund um den 1118 Meter hohen „Puig des Tossals Verds“. Unser Trail ist Teil des legendären Fernwanderwegs GR221. Der Trail ist technisch extrem anspruchsvoll, erfordert höchste Konzentration. Dies fällt schon bei unserer eher kurzen Runde schwer, und wir denken mit großem Respekt an die Teilnehmer des Ultratrail „Serra de Tramuntana“, die alljährlich im April 107 Kilometer mit 4200 Höhenmetern in Mallorcas Bergen absolvieren. Doch sind dieser Ultratraillauf und der Marathon in Palma im Herbst nur die bekanntesten der zahlreichen Wettkämpfe, die es hier im mediterranen Klima noch zu entdecken und erlaufen gäbe. Beinahe an jedem Wochenende gibt es auf Mallorca Laufveranstaltungen, viele sind bei uns noch unbekannt. Doch auch ohne das Vorhaben, an einem Wettkampf teilzunehmen: Für Laufbegeisterte ist die Baleareninsel ein wahrhaft traumhaftes Ziel, nur zwei Flugstunden entfernt von Deutschland. Mehr Infos zum Trail-Camp: www.laufcampus.com MIT CARSTEN EICH INS RUNNING CAMP AUF MALLORCA Carsten Eich zählt zu den erfolgreichsten deutschen Läufern der vergangenen 25 Jahre. Er hält mit 1993 in Berlin gelaufenen 1:00:34 Stunden noch immer den deutschen Rekord im Halbmarathon. Auch der 45-Jährige hat Mallorca als ideales Laufrevier entdeckt und veranstaltet hier jedes Jahr im März seine beliebten Laufseminare. „Es gibt nicht viel Schöneres, als die ersten warmen Sonnenstrahlen nach einem langen, kalten Winter zu genießen. Genau deshalb finden unsere Running Camps unter der Sonne des Südens statt“, sagt der ehemalige Profiläufer, der es liebt, seine Erfahrung an Hobbyläufer – egal ob Einsteiger oder erfahrene Marathonläufer – weiterzugeben. Wer Spaß daran hat, eine Urlaubswoche unter Gleichgesinnten zu verbringen und gleichzeitig mehr über die Hintergründe eines sinnvollen Lauftrainings zu erfahren, ist in einem der Camps genau richtig, die Carsten Eich auch im Frühjahr 2016 in Kooperation mit laufen.de anbieten wird. „Bei uns steht nicht die Leistung jedes Einzelnen im Mittelpunkt, sondern der Spaß in der Gruppe“, meint Carsten Eich, der in jedes einwöchige Camp bis zu acht (!) Laufbetreuer mitnimmt. „So können betreute Laufgruppen in nahezu jedem Tempo angeboten werden“, verspricht Carsten Eich. Das Lauf-Programm wird durch Vorträge und zusätzlichen Praxis-Einheiten zu den Themem Dehnen, Kräftigen und Lauf-ABC ergänzt. Mehr Infos: www.carsten-eich.de LAUFEN.DE ——— 063

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# 05 | 2016 September/Oktober