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# 02 | 2016 März/April

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MS −➃−

MS −➃− Geschichten, die nur der Marathon schreibt: Köln Wie aus einer Schnapsidee ... Köln-Marathon Die Höhepunkte ↓ der Zieleinlauf am Dom ↓ die unvergleichliche Stimmung an der Strecke ↓ mehrere Hotspots, an denen Zuschauer die Läufer mehrmals sehen können ... echte Laufliebe wurde! für Die initialzündung sorgt eine Feuerzangenbowle: Silvester verkündet Franziska freitag, Marathon laufen zu wollen. Und mutiert dann von der Passiv- Sportlerin zur begeisterten läuferin. Der Einfall, in Köln Marathon zu laufen. war eine richtige Schnapsidee. Die Marathongeschichte von Franziska Freitag beginnt am Silvesterabend 2014. Mit Freunden hat sie eine Feuerzangenbowle zubereitet. Alle erzählen von ihren guten Vorsätzen für das neue Jahr. Franziska Freitag ist kein Fan guter Vorsätze. „Aber die Feuerzangenbowle war so super lecker, und als kleiner Mensch vertrage ich einfach nicht viel. In leicht angeschwipstem Zustand verkündete auch ich, zu meiner eigenen Überraschung, kurz nach Mitternacht meinen Vorsatz: Ich laufe 2015 in Köln einen Marathon.“ Woher die Idee plötzlich kam? Sie weiß es bis heute nicht. Denn ihr Sportpensum war zu diesem Zeitpunkt nahe null. Aber eines weiß sie schnell ganz genau: Ein Zurück gibt es nicht, das Ding muss sie jetzt durchziehen. Denn sie erzählt Freunden von ihrem Vorhaben, und ihr Vater, der selbst Marathon läuft, ist total begeistert. Also nimmt sie die Herausforderung an, und beginnt erst einmal bei Null. Zwar interessiert sie sich sehr für Sport — allerdings eher passiv — und einen Halbmarathon gelaufen war sie auch schon einmal, „das war aber eine fürchterliche Quälerei. Ich konnte mir nie vorstellen, dass Leute die doppelte Strecke laufen.“ Als sie verkündet, Marathon laufen zu wollen, macht sie gerade gar keinen Sport. Außer ab und zu ein paar Rückenübungen in einem Kurs bei Puma, wo sie zu diesem Zeitpunkt ein Praktikum absolvierte. Als das Praktikum vorbei ist, geht sie am 18. Februar zum ersten Mal laufen — 8 Kilometer in einem Schnitt von 6:45 Minuten pro Kilometer. Danach eine Woche Pause — „fängt ja gut an, habe ich mir damals gedacht.“ Doch die heute 25-Jährige schmeißt nicht hin. Sie meldet sich für den Halbmarathon in Mannheim im Mai und den in ihrer Heimatstadt Heidenheim im Juni an, leiht sich von ihren Eltern Herbert Steffnys „Das große Laufbuch“ und trainiert fortan nach dessen Trainingsplänen. „Das hat mir echt geholfen, mich zu motivieren. Wenn da im Plan steht, dass ich an einem Tag eine bestimmte Strecke laufen soll, dann mache ich das auch. Ich habe kaum eine Einheit ausfallen lassen, auch wenn es mir manchmal schwer fiel“, erzählt sie. Außerdem schließt sie sich einem Lauftreff an und ist begeistert. „Es war total schön, sich mit anderen auszutauschen, und ich habe viel von deren Marathon-Erfahrung profitiert. Vor allem habe ich so viele neue Strecken kennengelernt.“ Von da an läuft es bei Franziska Freitag. Beide Halbmarathons läuft sie in einer Zeit knapp unter zwei Stunden, auch die langen Läufe bis 32 Kilometer in der Vorbereitung bringt sie gut hinter sich. Und dann ist das Marathon-Wochenende da. „Im Marathon-Buch stand, dass man sich am Tag vor dem Lauf so wenig wie möglich bewegen solle“, erzählt sie rückblickend. Was sich in der Realität als gar nicht so einfach herausstellte. Treppen steigen, Startnummern abholen, über die Messe laufen. „Ich war abends schon platt, obwohl ich noch gar nicht gelaufen war“, lacht sie. Alle Müdigkeit war am nächsten Morgen aber wie weggeblasen. „Eine der coolsten Sachen war, zum Start zu gehen. Überall waren Läufer mit ihren Turnbeuteln. Es war so ein schönes Gefühl, Teil dieser Masse zu sein. Alle sind zu einem Treffpunkt geströmt. Das fand ich total toll“, erzählt sie begeistert. Und auch der Lauf ist erst einmal begeisternd. „Ich habe den klassischen Fehler gemacht und bin zu schnell losgelaufen. Obwohl ich es besser wusste.“ Den Halbmarathon läuft sie ganz easy und denkt euphorisch: „Das spule ich jetzt locker noch einmal runter.“ Aber zehn Kilometer später schmerzen Beine und Hüfte, die Sonne brennt auf den Kopf. „Ich verstehe nicht, warum Menschen so etwas machen“, denkt sie weitere sieben Kilometer später. Die Leute feuern sie an: „Nur noch fünf Kilometer.“ Und sie denkt: „Danke, aber das ist wirklich kein Trost.“ Einen Kilometer geht sie, weil RheinEnergie Marathon Köln Nächster Lauf: 2. OkTOber 2016, 10 Uhr Auflage 2016: 20. Startgeld: 66 bis 111 Euro je nach Anmeldezeitpunkt Website: www.koeln-marathon.de Finisher-Zahl 2015: 4372 (MarATHON), 19.010 (alle Wettbewerbe) Streckenrekorde: 2:07:37 h Alfred Kering (KEN/2012); 2:25:34 h Helena Kiprop (KEN/2012) sie sich einfach nicht aufraffen kann zu laufen. Erst die Aussicht, dass ihre Familie und ihr Freund bei Kilometer 40 stehen, um sie anzufeuern, lässt sie wieder in einen Laufschritt verfallen. „Ich wollte einfach nicht, dass sie mich gehen sehen.“ Irgendwann weiß Franziska Freitag, das Ziel ist ganz nah. „Und dann dachte ich die ganze Zeit: Wo ist er denn jetzt, der blöde Dom“, erzählt sie lachend. 157,38 Meter ist das Wahrzeichen Kölns hoch — und doch kann sie es einfach nicht erblicken. Ganz in seiner Nähe lockt das Ziel. Und dann ist er endlich da. Imposant strecken sich seine Türme in den Himmel, doch dafür hat Franziska Freitag keinen Blick. „Zu dem Zeitpunkt konnte ich keinen klaren Gedanken mehr fassen“, erzählt sie und fügt lachend hinzu: „Ich weiß aber noch, dass ich es unheimlich schön fand, auf dem roten Teppich zu laufen, der vor dem Ziel ausgelegt war. Das war so schön weich.“ An viel mehr erinnert sie sich nicht. „Ich hätte den Zieleinlauf gerne bewusster erlebt nachdem ich knapp viereinhalb Stunden durch die Gegend gerannt bin. Aber ich muss mich wohl gefreut haben, denn ich habe sehr geweint“, sagt sie und lacht. Ein Jahr später bereitet sie an Silvester wieder eine Feuerzangenbowle zu. „Viele meiner Bekannten waren froh, dass das Marathonthema endlich abgeschlossen und ich wieder ein ‚normaler Mensch war.“ Denken sie zumindest. Denn die sportfreie Zeit, die es noch 2014 bei Franziska Freitag gab, ist passé. Zu Weihnachten hat sie von ihrem Vater einen Startplatz beim Frankfurt-Marathon geschenkt bekommen. Dort will sie nach 4:20:22 Stunden in Köln nun die 4-Stunden-Marke knacken. Text: Anja Herrlitz, Fotos: Norbert Wilhelmi, privat ——— 028 Marathon-Special ms Laufen.de ——— 029

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# 05 | 2016 September/Oktober