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# 02 | 2016 März/April

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MS −➅−

MS −➅− Geschichten, die nur der Marathon schreibt: Hamburg Vom Rollstuhl auf den Marathonkurs g Text: Anja Herrlitz, Fotos: Haspa Marathon Hamburg, privat Laufen.de Hamburg-Marathon Die Höhepunkte ↓ Sightseeing-Tour durch die Stadt entlang der Sehenswürdigkeiten ↓ maritimes Feeling an Hafen und Alster ↓ bis zu einer Millionen Zuschauer sorgen für prächtige Stimmung haspa marathon hamburg Die Fakten Nächster Lauf: 17. April 2016, 9 Uhr Auflage 2016: 31. Startgeld: 65—99 Euro je nach Anmeldezeitpunkt Website: www.haspa-marATHon-hamburg.de Finisher-Zahl 2015: 14.737 (MarATHon), 20.737 (alle Wettbewerbe) Streckenrekorde: 2:05:30 h Eliud Kipchoge (KEN/2013); 2:24:12 h Netsanet Achamo (ETH/2012) ⟵ „Vom Rheuma lasse ich mich so schnell nicht mehr ausbremsen“, sagt Ann-Cathrin Wolsing, aus der eine begeisterte Läuferin geworden ist als sie acht Jahre alt war, wurde bei Ann-Cathrin Wolsing Rheuma Diagnostiziert. Zeitweise ging sie an Krücken oder saSS im Rollstuhl. Wenn sie einen Apfel aSS, hatte sie groSSe schmerzen. Dann begann sie mit dem laufen – und rannte dem Rheuma einfach davon. stuhl oder geht an Krücken. Als Ann-Cathrin Wolsing älter wird, bessern sich die Probleme etwas. „Zwischendurch ging es mir immer wieder gut. Aber sobald ich mich belastet habe, hatte ich einen Rückfall“, erzählt sie. Sie beginnt ein Studium und steht im Frühling 2014 kurz vor dem Abschluss. Neben einem Praktikum schreibt sie an ihrer Diplom-Arbeit, geschlafen hat sie kaum noch. „Ich war bis über beide Ohren voll mit Lernstoff. Da bin ich irgendwann im Kopf durchgeknallt“, blickt sie zurück. An einem Samstagmorgen nach zu wenig Schlaf liegt sie morgens im Bett. „Ich bin innerlich fast geplatzt und habe nur noch gedacht: Ich muss hier raus.“ Also zieht sie ihre Sneaker an, Laufschuhe hat sie keine. Und rennt los. Nach 200 Metern keucht sie, insgesamt legt sie an diesem Morgen drei bis vier Kilometer zurück. „Danach hatte ich den Muskelkater des Todes“, erzählt sie lachend. „Aber irgendwie hat sich das so gut angefühlt, war so befreiend, dass ich das unbedingt wieder haben wollte. Und dann habe ich Bekloppte das immer wieder gemacht.“ Und ihre Gelenke? Natürlich hat sie am Anfang Schmerzen, vor allem in den Füßen, die die Belastung nicht gewohnt sind. Nach jedem Lauf verbringt sie eine Stunde mit Eisbeuteln im Bett. Aber sie kann nicht aufhören. Und irgendwann sind die Schmerzen plötzlich weg. Selbst der Erguss, den sie wegen der Entzündung im Knie hatte, bildet sich zurück. Die Ärzte stehen vor einem Rätsel. Medizinisch erklärbar ist es nicht, was sich da gerade in Ann-Cathrin Wolsings Körper abspielt. Irgendwann läuft sie zum ersten Mal 10 Kilometer, dann 15. Aus Spaß rennt sie im Juli einen Halbmarathon und ist unglaublich stolz. Zum ersten Mal denkt sie, dass auch ein Marathon nicht utopisch sei. „Andererseits dachte ich aber auch: völlig bescheuert. Vor kurzem bist du noch an Krücken durch die Gegend gehampelt, und jetzt willst du Marathon laufen?“ Doch dann läuft sie im November 2014 zum ersten Mal 30 Kilometer – und meldet sich für den Hamburg-Marathon an. Wenig später allerdings ein Rückschlag: Sie reizt sich an der Außenkante des Fußes Knochen und Sehnen. Eine sehr langwierige Verletzung, unter der auch ihr Training leidet. Dazu kommt noch die Fehldiagnose, dass eines ihrer Beine kür- Einfach schnell eine Treppe hochlaufen? Im Winter 2013/2014 für Ann- Cathrin Wolsing manchmal ein echtes Problem, ja sogar richtiger Horror. Die Rechtspflege-Studentin hat Rheuma, mit acht Jahren bekam sie die Diagnose. „Das war für mich damals erst einmal eine Totalkatastrophe. Mein Opa war auch schwer daran erkrankt und kurz vorher verstorben.“ Jedes Gelenk in Ann-Cathrin Wolsings kleinem Körper ist betroffen, vom Kiefer bis zu den Zehen. Sie kann nicht einmal in einen Apfel beißen, in der Schule muss sie die Treppen hoch- und runtergetragen werden. „Ich konnte mich kaum bewegen, das hat mich in meiner Entwicklung sehr eingeschränkt“, erzählt die heute 24-Jährige. Und auch psychisch ist es eine Belastung, „weil ich natürlich sehr traurig war“. An Sport ist damals nicht zu denken. Weniger wegen der Schmerzen, „die verdrängt man als Kind“, sondern weil sie ihre Gelenke oft nur sehr eingeschränkt bewegen kann. Ihr Knie konnte sie nicht weiter als 90 Grad beugen, zum Schreiben brauchte sie eine spezielle Halterung an den Stiften. Zeitweise sitzt sie im Rollzer sei und sie deshalb Einlagen tragen müsse. „Lustigerweise hatte aber keine der Verletzungen was mit meinem Rheuma zu tun.“ Ihren geplanten Start in Hamburg abzusagen, das bringt sie dann aber doch nicht übers Herz. Und deshalb steht sie am 26. April 2015 in Hamburg am Start, auch wenn sie die Tage davor tierischen Bammel hat. Schafft sie es trotz der mangelhaften Vorbereitung? „Ich habe deswegen alles mitgenommen, was nur irgendwie geht und was mir irgendwie helfen könnte. Ich war sogar auf der Messe bei einem Hypnotiseur, obwohl ich an so etwas gar nicht glaube“, erzählt sie lachend. Und dann ist es endlich soweit: Raceday. „Das Gefühl beim Start war großartig, die Atmosphäre einmalig – sowohl unter den Läufern als auch beim Publikum“, erinnert sie sich. „Egal wo man langgelaufen ist, ob an den Messehallen, am Hafen, am Jungfernstieg oder auch in den Villenvierteln, an der Außenalster – es gab eigentlich keinen Streckenabschnitt, wo niemand angefeuert oder abgeklatscht hat.“ So vergeht die Zeit für die Marathon-Debütantin wie im Flug, und auch der zwischenzeitliche Starkregen kann sie nicht stoppen. Anstrengend ist der Lauf natürlich – vor allem weil sie im Vorfeld nicht so gut trainieren konnte. „Bei Kilometer 32 war ich echt platt, aber ich habe mich durchgebissen.“ Und irgendwann fängt Ann-Cathrin Wolsing an zu realisieren, was da gerade passiert. „Als ich bei Kilometer 38 war und wusste, dass ich es schaffe, da war ich so glücklich und hatte Tränen in den Augen. Das war so ein Hammergefühl.“ Noch vor einigen Monaten hatte sie wegen ihres Rheumas kaum Treppen laufen können, hatte zeitweise im Rollstuhl gesessen, nun lief sie durch Hamburgs Straßen einen Marathon. Nach 5:14:57 Stunden erreichte sie das Ziel. „Dafür, dass ich nicht richtig trainieren konnte und so ein Rheumakind war, doch eigentlich nicht schlecht“, meint sie schmunzelnd. Dabei soll es aber nicht bleiben, Ann-Cathrin Wolsing will auf jeden Fall wieder Marathon laufen und hofft dann auf eine Zeit um 4:30 Stunden. Und eines steht für sie auf jeden Fall fest: „Ich liebe das Laufen jetzt sowas von!“ Und sie fügt kämpferisch hinzu: „Von dieser Krankheit werde ich mich so schnell nicht wieder ausbremsen lassen.“ ——— 036 Marathon-Special ms ——— 037

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# 05 | 2016 September/Oktober