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# 05 | 2017 September/Oktober

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SN SZENE­NEWS Ich war

SN SZENE­NEWS Ich war neulich in Bielefeld – und ich MOHAMED FARAH „DER NAME MO IST FÜR MICH ERLEDIGT“ Foto: Imago ↘ Der britische Superstar Mo Farah beendet sein Bahnkarriere. Endgültig. In Zukunft will er nicht mehr „Mo“ genannt werden. „Mein Straßenname ist Mohamed“, sagte er nach den Rennen bei der Weltmeisterschaft in London den Reportern. Bei der Heim-WM in Großbritanniens Hauptstadt feierte Mo Farah zunächst seinen insgesamt sechsten WM-Titel. Über 10.000 Meter wurde Mo Farah in 26:49,51 Minuten Weltmeister – wie schon in den Jahren 2013 und 2015. Natürlich wollte er seine Bahn-Karriere mit dem „Double“ krönen, was ihm bereits bei den Olympischen Spielen 2012 und 2016 sowie den Weltmeisterschaften 2013 und 2015 gelungen war. Aber das letzte ganz große Rennen auf der 400-Meter-Rundbahn endete für den in Somalia geborenen Farah über 5000 Meter mit der Silbermedaille. Muktar Edris aus Äthiopien schnappte ihm in 13:32,79 Minuten Gold weg. Danach verkündete Farah, dass seine Zukunft endgültig auf der Straße liege. Und sein „Straßenname“ sei Mohamed. „Ich denke, ,Mo‘ ist für mich erledigt. Ich muss vergessen, was ich auf der Bahn erreicht habe“, meinte der 34-Jährige, der mit vollem Namen Mohamed Muktar Jama Farah heißt. In London übte Farah erneut Kritik an den Medien. Der Langstreckenstar und sein umstrittener Trainer Alberto Salazar waren immer wieder in den Verdacht der Doping-Manipulation gerückt worden. Den Journalisten warf er vor, seine Erfolge „zerstören“ zu wollen. Farah: „Meine Erfolge habe ich durch harte Arbeit erreicht.“ KNACKI RENNT ↘ von laufen.de-Kolumnist Knacki Deuser Er ist der Erfinder und das Gesicht der Kult- Show „Night Wash“, die als Wiege der aktuellen Generation deutscher Erfolgs-Comedians gilt. Mario Barth, Johann König, Bernard Hoëcker, Olaf Schubert, Bülent Ceylan, aber auch Carolin Kebekus – sie alle gingen durch die Schule von Klaus-Jürgen alias „Knacki“ Deuser. Was aber bisher nur wenige wussten: Der Entertainer, Sprecher, Coach und TV-Macher pflegt neben der Comedy eine zweite große Leidenschaft: das Laufen. 2018 will er bei den Senioren-Weltmeisterschaften im spanischen Malaga über 1500 Meter antreten. Für laufen.de schreibt er auf, was ihm beim Training so durch den Kopf geht. WO IST UNSER MUT GEBLIEBEN? mache jetzt auch keinen Witz über die Stadt. Die gibt es wirklich, und die ist auch richtig schön. Ich hatte abends einen Auftritt und wollte nachmittags noch etwas trainieren. Das Wetter war schön, also bin ich einfach von meinem Hotel in Richtung eines kleinen Parks losgelaufen. Schnell durfte ich feststellen, dass das gar kein Park war, sondern eher ein kleines Wäldchen, und nach weiteren drei Minuten wurde aus dem Wäldchen ein ausgewachsener Wald. Und jetzt war ich mir plötzlich gar nicht mehr sicher: „Was mache ich? Traue ich mich jetzt wirklich weiter in den Wald hinein oder drehe ich besser um?“ Unglaublich, was einem in solchen Momenten alles durch den Kopf schießt: „Was passiert, wenn ich mich verlaufe? Ich hab ja kein Handy dabei. Keine GPS-Uhr. Keine Lauflampe. Nicht, dass sich dieser Wald plötzlich als das größte zusammenhängende Waldgebiet Ostwestfalens entpuppt? Wo bekomme ich dann Wasser her? Wo würde ich aus dem Wald wieder herauskommen? Verstehen mich die Menschen, wenn ich dort nach dem Weg fragen müsste. Und will ich überhaupt nach dem Weg fragen?“ Und da wurde mir plötzlich sehr klar: Wir sind einfach nicht mehr richtig mutig. Heute, da überlegen wir fünfmal, ob wir etwas Neues wagen oder ob wir uns trauen in fremdes Terrain abzubiegen. Seien wir ehrlich: Heutzutage gilt man doch schon als mutig, wenn man morgens um acht seine Wohnung mit einem Handy verlässt, dessen Akku nur noch 48 Prozent geladen ist. Leute, wir waren doch mal anders?! Überlegt mal! Früher waren wir mutig. Früher haben wir Nachtwanderungen gemacht – nachts. Wenn ich das meiner Tochter erzähle, dann schaut die mich mit großen Augen an: „Wie, im Dunkeln? Ohne Handy, Smartphone und Taschenlampe?“ „Ja nur mit Fackeln!“ „Wie, ihr hattet Feuer?“ Noch einmal Zurück zu meinem Bielefeld-Erlebnis. Ich hab mich dann für den Wald entschieden. Ich hab mich fürs Abenteuer entschieden. Ich hab mir in meinem Kopf ausgemalt, wie ich gleich auf den Bäumen nach Moosflechten Ausschau halte, um so die Himmelsrichtung zu bestimmen. Ich habe mich erinnert, wie man mit Blättern Regenwasser auffangen kann, um so Trinkwasser zu erhalten. Und ich bin losgelaufen. Was soll ich sagen? 200 Meter weiter, an der nächsten Wegkreuzung, stand dann eine zwei mal drei Meter große Tafel mit allen Lauf- und Wanderwegen inklusive aller Höhenmeter. Und da dachte ich mir, was soll denn passieren? In Deutschland ist sogar der Wald organisiert und im Notfall rufe ich ganz laut nach dem ADAC. Die werden mich schon abholen ... ——— 014 SZENE-NEWS SN 008_015_laufen_de_mag_2017_05_szene-news.indd 14 16.08.2017 15:30:19

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