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# 05 | 2017 September/Oktober

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saß und eine Bergetappe

saß und eine Bergetappe der Tour de France guckte, sackte er wie ausgeknockt weg. Seine Frau sah ihn und holte den Nachbarn, der ihn wiederbelebte. Als er um 19:50 Uhr auf der Intensivstation aufwachte, hatte er einen Puls von 240. Eine Herzmuskelentzündung, lautete die vorläufige Diagnose. Der Ausdauerläufer rannte jetzt von Arzt zu Arzt. In der Charité wurde ein Herzstillstand simuliert und ein Defibrillator eingebaut, Gewebeproben entkräfteten die Entzündungsdiagnose. Stress, der ehrgeizige Vertriebler arbeite zu viel, vermuteten die Mediziner nun. Sie schlossen einen Herzfehler, eine Herzmuskelentzündung, einen Virusinfekt aus, die Ursache für den Herzstillstand fanden sie nicht. „Nicht zu wissen, warum man krank ist, ist extrem beunruhigend“, sagt Sprink, der sich immer gesund ernährt und nie geraucht hat. „Und nur zusehen zu können, wie es einem immer schlechter geht, das ist der Horror.“ Weil er offiziell nur gestresst war, ging Sprink wieder ins Büro und machte Sport. Im Januar 2011 erlitt er einen Rückfall: Herzrhythmusstörungen, Notarzt, der Puls war auf 23 Schläge pro Minute abgesackt. Sein Herz sah jetzt aus wie ein ausgeleierter Fußball. Die Ursache fand niemand. Sprink versuchte es mit Blutwäsche und ging schließlich zu einer Wunderheilerin, der er 4000 Euro für angeblich heilsame Tropfen zahlte. Im August 2011 schaffte es der Ironman-Triathlet nicht mehr allein auf seinen Dauerkartenplatz beim 1. FC Köln im Oberrang des Rhein-Energie-Stadions. Im Sommer 2011 lag die Pumpleistung seines Herzens bei 30, im Dezember noch bei elf Prozent. Endlich kam er auf die Dringlichkeitsliste für Herztransplantationen. Als er Mitte Februar an das ECMO-Gerät angeschlossen wurde und drei Monate lang liegend und verkabelt auf ein Spenderherz wartete, sagte der verantwortliche Arzt seinen Eltern: „Ohne das Gerät hätte ihr Sohn höchstens noch zwölf Stunden überlebt.“ Die Monate an der Maschine bezeichnet Sprink immer wieder als seine „längste Langdistanz“. Nach 169 Tagen an der Maschine, die ihn am Leben hielt, stand er am 20. Juni 2012 mit neuem Herzen in der Brust auf, ging drei Schritte und weinte. „Besser als jeder Zieleinlauf!“, schrieb er seiner Frau Karin. Drei Wochen später stieg er aufs Ergometer. Zwei Jahre später der Ironman auf Hawaii. Elmar Sprink läuft entlang des Decksteiner Weihers in Köln, er überholt eine Gruppe Joggerinnen und erzählt von den Vorbereitungen auf seinen nächsten Lauf. Er vergleicht sich nach wie vor mit anderen Sportlern – wie viele Ausdauerathleten es manisch tun – sagt aber im nächsten Atemzug, dass es „mir nicht mehr um Leistung geht, sondern um dosierten Sport“. ★ 10.000 Menschen warten in Deutschland auf eine Organspende - viele von ihnen vergeblich. Statistisch gesehen muss ein Mensch, der ein Spenderherz braucht, 500 Tage darauf warten - nur jeder Vierte überlebt die Wartezeit. ★ 877 Organspender 2015 in Deutschland, das ist bei 925.239 Sterbefällen eine verschwindend kleine Zahl. „Den meisten Menschen fehlt der Bezug dazu, viele haben auch eine diffuse Angst“, sagt Sprink. Was Angst tatsächlich bedeutet, weiß Sprink seit seinem Herzstillstand, für den die Mediziner keinen Grund fanden. Sprink läuft am Geißbockheim vorbei, vor dem Trainingsplatz machen die FC- Stars Selfies mit ihren Fans. Über 100 Medien haben seit dem Ironman auf Hawaii über ihn berichtet, viele Millionen Menschen kennen seine Geschichte. Er ist jetzt selbst so etwas wie ein Prominenter – über seine Sponsoren und Gönner würden sich einige Halbprofis freuen. Sprink freut sich über das Interesse. Aber es geht ihm nicht vorrangig um Anerkennung, er hat genug Freunde und eine Frau, die er liebt. Elmar Sprink, der herztransplantierte „Leistungssportler“ mit dem Schwerbehindertenausweis, hatte schon vor seiner Herz-Operation einen Organspendeausweis. Er hat ihn immer noch. Niere, Leber, alle Organe mit Ausnahme des Herzens könnte er spenden. Er läuft und erzählt auch deswegen so viel, weil er ein paar Menschen dazu bewegen möchte, einen Organspendeausweis auszufüllen. Wenn Elmar Sprink seinen nächsten Trainingslauf startet, wird er wie so oft dankbar an seinen Lebensretter denken, der ihm sein starkes Herz und ein zweites Leben geschenkt hat. ——— 040 LÄUFER & LEUTE LL 038-041_laufen.de_mag_2017_05_sprink.indd 40 16.08.2017 16:25:17

Im vergangenen Jahr überquerte Sprink zusammen mit Ralph Block beim Gore-Tex Transalpine-Run zu Fuß die Alpen. Dabei lief er in einer Woche 250 Kilometer mit 15.000 Höhenmetern Warten und Bangen. Mehr als drei Monate hält eine Herz-Lungen-Maschine Elmar Sprink am Leben, während er auf ein Spenderherz wartet Großer Rückhalt. Seine Ehefrau Karin rettete Elmar Sprink nach der Herzattacke 2010 das Leben. Und unterstützt ihn heute bei seinen sportlichen Herausforderungen Schon zwei Wochen nach der Herztransplantation in Bad Oeyenhausen beginnt Elmar Sprink auf dem Rad-Ergometer mit der Reha ★ DAS BUCH: „ICH MÖCHTE MENSCHEN MOTIVIEREN“ ★ Elmar Sprink hat eine zweite Chance bekommen. Im Juli 2010 erleidet der damals 39 Jahre alte Ausdauersportler einen Herzstillstand. Nur dank schneller Hilfe überlebt er. Aber sein Herz ist zu schwach, um ihn dauerhaft am Leben zu halten. Knapp zwei Jahre verbringt er danach im Krankenhaus, zweimal wird ihm eine Herzpumpe eingesetzt. Die Chance zu überleben, sinkt von Woche zu Woche. Dann die erlösende Nachricht. Er erhält ein Spenderherz. Es folgen zwei Jahre anstrengender und disziplinierter Rehabilitation, bevor Sprink am 11. Oktober 2014 beim weltberühmten Ironman auf Hawaii startet und das Ziel erreicht. ★ In seinem Buch schildert Elmar Sprink beeindruckend, wie schmal der Grat zwischen Leben und Tod sein kann, aber auch, wie man mit viel Mut, Disziplin und Durchhaltevermögen sportliche Ziele trotz gesundheitlicher Handicaps erreichen kann. „Ich möchte mit meinem Buch andere Menschen, die in ähnlichen Situationen sind, motivieren und ermutigen, niemals aufzugeben“, sagt Sprink. Und er will zeigen, wie wichtig es ist, Organe zu spenden. Er hatte Glück im Unglück – und weiß ganz genau, dass nicht jeder diese zweite Chance bekommt. ★ Herzrasen 2.0 – Mit Spenderherz zum Ironman ——— 1. Auflage 2017, Verlag: Delius Klasing, 200 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, 22,90 Euro, ISBN: 978-3-667-11055-8 LAUFEN.DE ——— 041 038-041_laufen.de_mag_2017_05_sprink.indd 41 16.08.2017 16:25:25

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