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In der Winter-Ausgabe liest du auf 132 starken Seiten, wie du gesund schlemmen kannst und fit und schlank durch den Winter kommst. Mit den besten Tipps fürs Indoor-Training, aber auch für Läufe im Freien. Außerdem in dieser Ausgabe: Nie mehr Stress. Wir verraten, wie jeder Zeit fürs Laufen findet. So schützt Sport vor Krebs: Die neuesten Erkenntnisse. Mehr Sicherheit: Stirnlampen im Test.

TAG 3: EIN HARTER WEG

TAG 3: EIN HARTER WEG HINAUF Pünktlich um Mitternacht beginnen wir mit dem Aufstieg am Sengen Schrein. Eine Tempelanlage zu Ehren des Berges. Da wir im Gegensatz zu den meisten Touristen nicht erst an der „5th Station“, sondern wirklich am Fuße des Berges starten, treffen wir keine Menschenseele. Dieser Umstand versprüht seinen ganz eigenen Reiz und ist gleichzeitig beängstigend. Ein Schild warnt uns vor freilaufenden Bären. Nervös tauschen wir Blicke. Was tun? Umkehren ist keine Option... oder? Nein! Selbst ist die Frau. So zückt Andrea stolz ein kleines Reise-Deo aus ihrem Laufrucksack, grinst und sagt entschlossen: „Damit können wir ihn bestimmt in die Flucht schlagen … welcher Bär mag schon nach Damendeo riechen?“ Wir lachen hysterisch, nicken einander zu und geben uns ein ermutigendes High-Five, welches zu gleichen Teilen beharrlich und doch zögerlich klingt. Das Einschlagen unserer Hände hallt nach. Schnell weiter, immer weiter. Noch macht uns die hohe Luftfeuchtigkeit sehr zu schaffen, der Schweiß läuft – die Zeit auch. Ein Wettrennen gegen die Uhr beginnt. Nur noch drei Stunden bis Sonnenaufgang, in denen es mehr als 2000 Höhenmeter zu bewältigen gilt. Das Gute: Je höher wir kommen, desto kühler wird es und die Luft wird zunehmend klarer. Weniger vorteilhaft: Die Wege werden allmählich schmal, unwegsam und merklich „voller“. Vor uns schlängeln sich Scharen von in teure Expeditionskleidung eingehüllten Asiaten, die an den Mittelstationen übernachtet haben und nun mit uns ein gemeinsames Ziel verfolgen: Pünktlich zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel des heiligen Berges zu stehen. Auf dem Weg zur Spitze des inaktiven Vulkans passiert man zehn Stationen (wobei die zehnte der Gipfel ist). An allen gibt es heißen Tee und Kaffee, Automaten (tatsächlich!) mit Wasser und Cola, Snacks oder auch einfach nur die Möglichkeit, sich am Feuer zu wärmen. Letzteres ist gefährlich verlockend, besonders wenn man gejetlagged seit vielen Stunden wach ist und seit Mitternacht unermüdlich Höhen- und Kilometer sammelt. Inzwischen ist es bitterkalt. Der Nebel ist verschwunden, wir haben die Wolkendecke Japans durchbrochen und befinden uns 3000 Meter über dem Meeresspiegel. Am Horizont kann man den ersten roten Schimmer erkennen; die Sonne macht sich bereit, den noch WENIGE SCHRITTE VOR DEM GIPFEL KLETTERT DIE SONNE PLÖTZLICH IN SEKUNDENSCHNELLE EMPOR, ALS KÖNNE SIE ES KAUM ERWARTEN, ERHABEN ÜBER DEM MEER AUS QUELL­ WOLKEN ZU THRONEN UND DEN TAG ENDLICH EINZULÄUTEN. so verschlafenen, asiatischen Kontinent wachzuküssen. Wir kämpfen. Kämpfen mit der Kälte, dem Wind, der dünnen Luft, den Menschenmassen sowie gegen die Uhrzeit, die Erschöpfung und den Hunger. Die achte Station (3400 Meter über dem Meeresspiegel): Hier gönnen wir uns noch einen heißen Kaffee, tanken Energie für die letzten 376 Höhenmeter. Wir essen und trinken im Stehen. Hinsetzen ist undenkbar, zu groß die Verlockung, an Ort und Stelle zu bleiben; im Warmen. Inzwischen haben wir unsere gesamte Kleidung am Mann, beziehungsweise an der Frau. Inklusive Mütze, Handschuhe und der dicken Jacke, welche wir anfangs noch so belächelt haben. Der immer breiter werdende rote Streifen am Horizont fungiert als Appell an unsere Selbstdisziplin. Wir ziehen den Reißverschluss unserer Jacke bis zum Anschlag hoch und laufen weiter. Entschlossen. Mutig. Gemeinsam und doch jeder für sich. Das Schauspiel trägt jeden von uns gedanklich an einen anderen Ort, frischt Erinnerungen auf, macht bewusst, zeigt die unendliche Schönheit der Welt. Die neunte Station (3580 Meter über dem Meeresspiegel): Inzwischen ist es dämmrig, die ersten Umrisse des mächtigen roten Feuerballs zeichnen sich am Horizont ab. Jeder Schritt ein Kampf. Ungewohnte Leichtigkeit im Kopf, schwere Atemzüge. Noch knapp 200 Höhenmeter. Meine Hand umklammert das Seil am Wegesrand. Sonnenaufgang auf 3770 Metern über dem Meeresspiegel: Wenige Schritte vor Erreichen des Gipfels klettert die Sonne plötzlich in Sekundenschnelle empor, als könne sie es kaum erwarten, erhaben über dem Meer aus Quellwolken zu thronen und den Tag endlich einzuläuten. Schweigen. Wir ringen nach Luft – teils weil wir gebannt von der unendlichen Schönheit des Naturspektakels sind, teils weil unsere Körper mit dem geringen Sauerstoffgehalt der Luft zu kämpfen haben. Unsere kurzen Hosen flattern im Wind, die Hände zittern. Immer noch Schweigen, Besinnlichkeit. Unglauben und Dankbarkeit herrschen vor. Ich weiß nicht mehr, wer von uns Dreien sich zuerst aus der Versteinerung gelöst hat, aber plötzlich liegen wir uns in den Armen. Jubeln. Jegliche Erschöpfung gehört der Vergangenheit an. Freude, Glück und Stolz – wir haben es geschafft! Zwar nicht ganz am Gipfel, aber in genau diesem Moment am wohl schönsten Ort der Welt; über den Wolken, über dem Meer und auch irgendwie ein bisschen „über allem“. Der Gipfel (3776 Meter über dem Meeresspiegel): Oben angekommen gratulieren wir uns, nicht weil wir die letzten sechs Höhenmeter noch geschafft haben, sondern weil es wohl das Beste überhaupt war, das atemberaubende Sonnenaufgangsspektakel nicht mit geschätzten 500 dicht gedrängten Menschen in einer Reihe zu erleben. Die Spitze des Vulkans ist überraschend touristisch, die angebotene Verpflegung erinnert an Massenabfertigung. Eine kurze Fotosession und jeweils eine Tasse Kaffee später befinden wir uns schon auf dem Downhill. Der Abstieg bis zur „5th Station“ erfolgt über einen gut ausgebauten Serpentinen-Weg aus weichem Lavageröll. Das wärmende Sonnenlicht verleiht uns neue Kräfte. Wir genießen den Abstieg, lassen „rollen“, fühlen uns ein Stück weit unbesiegbar, lachen über unsere vorangegangene Angst vorm Bären und stellen uns reichhaltige Frühstücke vor, teilen Eindrücke und lachen. Neun Stunden nach verlassen unserer Unterkunft kehren wir zurück. Unser Gastgeber schaut ungläubig von seiner Schale Reis und der Tasse grünem Tee am Frühstückstisch auf. „Ihr wart wirklich da ganz oben...heute; am Tag des Berges?“ „Am Tag des was?“, fragen wir ihn verwundert wie aus einem Mund. ——— 020 EVENTS & REISEN ER 016-025_laufen.de_mag_2016_06_japan.indd 20 28.10.2016 18:43:19 LL_Print

„Ja, seit diesem Jahr haben wir neben sieben Tagen Urlaub auch noch einen Feiertag in Japan. Der ist heute – „Tag des Berges“. An diesem Tag sollen wir uns Zeit nehmen und einen Berg besteigen. Ihr wart also vorbildlichere Touristen als ich Japaner bin“, sagt er und schaut betreten auf seine Schüssel Reis. Wir wissen nicht, ob er einen Spaß macht, beschließen es aber nach einer ausgiebigen Mütze des dringend benötigten Schlafs nachzulesen. Ob wir noch was gegessen haben? Ich weiß es ehrlich gesagt gar nicht mehr. Wahrscheinlich. Das Einzige, was ich noch weiß, ist, dass ich müde war, sehr müde. Und dass meine Beine vorm einschlafen immer wieder zuckten. Dass ich auch im Traum weiterlief, verarbeitetet habe. TAG 4&5: AUF DEN SPUREN DES ULTRATRAILS MOUNT FUJI Getreu dem Motto „Wer rastet, der rostet“ erkunden wir nach einem durchschlafenen Tag drei Teile der Originalstrecke des Ultratrails Mount Fuji. Diese führt uns durch dschungelartige Wälder, entlang weiter Reisfelder sowie über unwegbare und gleichzeitig traumhafte Trails mit gefühlt senkrechtem Anstieg. Unsere Abende verbringen wir im Onsen (einer typisch japanischen Badeanstalt) und auf Nahrungssuche. Klingt beides genauso abenteuerlich, wie es tatsächlich auch war. Richtung Onsen wurden wir übrigens freundlich aber bestimmt von unserem Hausherren verwiesen, als wir zum wiederholten Male schlammig vom Trail zurückkamen und er wohl um einen verstopften Abfluss seiner Dusche fürchtete ... Zum Essen: ein sehr eigenes Thema in Japan, vor allem als Veganer/Vegetarier. Die Essensauswahl gestaltet sich nur aufgrund fehlender Informationen in Englisch schwierig, sondern auch weil in Japan einfach alles mit Fleisch oder Fisch gespickt ist; selbst auf Nachfrage, ob ein Gericht auch ohne tierische Beilage möglich sei. Für strenge Vegetarier ist es definitiv von Vorteil, eine allesessende Reisebegleitung zu haben. (An dieser Stelle: Danke Juliane fürs viele Vorkosten) TAG 6: ONE FINAL NIGHT IN TOKIO Tag sechs ist eigentlich gar kein Tag, sondern eine Nacht. Unsere Nacht. Da die Rückreise auf den europäischen Kontinent in den frühen Morgenstunden beginnt, beschließen wir, erst gar nicht ins Bett zu gehen. Schließlich hatten wir ja insgesamt zu wenig Zeit für zu viel andere Kultur, welche es zu entdecken galt ... Also hinein ins Getümmel: futuristische Wolkenkratzerarchitektur bestaunen, uns an der Sauberkeit der Stadt erfreuen, Robotern die Hand schütteln, Selfies mit Mangafiguren machen, Mitbringselshopping und zu guter Letzt noch ein Gastauftritt in einer Karaokebar absolvieren. Mit der Erkenntnis, dass wir auf dem Trail wesentlich besser aufgehoben sind als hinter dem Mikrofon, fahren wir mit gemischten Gefühlen zum Flughafen. Eine Melange aus Wehmut, Vorfreude, Erschöpfung und Stolz begleitet uns auf die 15-stündige Heimreise. Danke Japan, für die ereignisreiche Zeit und die vielen Eindrücke sowie für die eine oder andere Selbsterkenntnis. Danke Andrea, Juliane und das grandiose Team. Gemeinsam ist man weniger „allein verrückt“. Die nächste Reise, egal ob Insel- oder Landesquerung, kommt ganz bestimmt – denn kein Weg ist lang wenn man ihn gemeinsamen mit Freunden bestreiten kann. Ich freue mich drauf! bist du schon nachtläufer? jetzt mitmachen und gewinnen! ledlenser.com/nachtlaeufer Zeige uns deine Lieblingsnachtlaufstrecke und gewinne ein Trainingswochenende in Lissabon. Nähere Informationen findest du auf unserer Nachtläuferpage. Ledlenser NEO – die Nachtläuferlampe LAUFEN.DE ——— 021 016-025_laufen.de_mag_2016_06_japan.indd 21 28.10.2016 18:43:22 LL_Print_Ads_Urban_Running_Campaign_Florian_Neuschwander_DE_160805.indd 7 12.10.16 10:04

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# 05 | 2016 September/Oktober