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So fit macht laufen: In der Winterausgabe des Magazins von laufen.de liest du, warum du jetzt starten solltest, wenn du eine Top-Figur haben willst, sobald die ersten warmen Tage nach draußen locken. Und: Eiweiß? Fett? Kohlenhydrate? Darauf kommt es bei der Ernährung wirklich an. | Mehr Sicherheit: So machst du dich sichtbar, wenn's im Winter dunkel ist. | Mehr Zeit fürs Training gewinnen

Anita Horn kämpfte sich

Anita Horn kämpfte sich ins Ziel – auch dank der praktischen Wasserquetschtüten, die es beim Rennen in Mexiko-City gab. Hier hat sie eine in der Mangel oder langsamer Richtung Ziel vorarbeiten. Sie umlaufen im Zickzack Schlaglöcher in der Straße und nehmen die Engpässe an den abgesperrten Baustellen gelassen. Unseren Plan, das erste Mal einen Halbmarathon in 1:45:00 Stunden zu laufen, begraben wir schnell. Trotzdem versuchen wir natürlich, uns vorzukämpfen. Ánimo! Si se puede! Am Straßenrand rufen Zuschauer laut: „Ánimo“! Und: „Si se puede!“ – „Los!“ und „Ihr könnt das!“ Aber ich merke schon bei Kilometer vier, dass ich gar nichts kann. Es fühlt sich an, als liefe ich mit Bleiklötzen an den Beinen durch Teer, ich schnaufe wie eine Dampflok und versuche, mich mit den ausliegenden Wasser-Quetschtüten wieder fitzutrinken. Bringt nur leider nichts. Bei Kilometer fünf gehe ich das erste Mal. Die Sonne scheint mir auf den Rücken. Verdammt, ist das warm. Wir haben nicht sehr viel geschlafen. Aber davon werde ich doch nicht so schwerfällig? Vielleicht sind auch die Klimaanlagen schuld. Ich hatte ein paar Tage vorher leichten Schnupfen und Halsweh. Ich laufe wieder locker an, Franzi immer ein paar Meter vor mir. Ich fühle mich gestresst und unwohl. Bei Kilometer sieben will ich am liebsten aussteigen. „Ánimo! Si se puede!“ Ist ja schon gut. Ich laufe ja schon weiter. Aber Franzi darf jetzt wegziehen. So muss sie nicht auf mich warten und ich kann mein Tempo laufen. Oder gehen. Das tue ich an diesem Wettkampf-Morgen noch öfter. Leckere Sößchen, Steaks, Tortillas, Vanilleeis ... Anita Horn macht die Höhe, Menschenmassen und Resterkältung für ihren Einbruch verantwortlich. Womöglich hatte aber auch die Nahrungsvielfalt vom Vorabend einen kleinen Anteil an ihren Leiden So sehen Starter aus: Anita Horn und Freundin Franzi vor den Strapazen Wassertüten statt Becher Ich greife bei jeder Gelegenheit zum Wasser. Die Tüten finde ich um einiges praktischer als die Plastikbecher bei Laufveranstaltungen in Deutschland. Einfach ein kleines Loch in eine Ecke beißen und los geht’s, ohne die Hälfte zu verschütten. Die zweite Tüte landet auf dem Kopf und im Nacken. Und ein, zwei Tüten kann man als Wegzehrung wunderbar unter dem Hosenbund oder im Ausschnitt verstauen. Ich gehe wieder und trinke ganz in Ruhe meine Ration. Dass mich die Läufer mit Sechser-Schnitt mittlerweile überholen, habe ich längst akzeptiert. Bis Kilometer neun geht es leicht bergauf, und ich bin froh, überhaupt noch dabei zu sein. So oder so ähnlich muss sich der Marathon am Ende einer Langdistanz beim Triathlon anfühlen. Ich bin für den Ironman Frankfurt 2018 angemeldet – und schleiche bei einem Halbmarathon ——— 014 EVENTS & REISEN ER 012-015_laufen_de_mag_2017_06_mexiko-hm.indd 14 06.10.2017 11:15:33

noch vor der Zehn-Kilometer-Marke vor mich hin. Meine Selbstzweifel fressen mich auf. Echter Hunger kommt dazu. Ich esse ein Gel. Aber das rettet mich auch nicht. Sind wir gleich da? Bei Kilometer 9,5 geht es bergab – endlich! Der Wendepunkt ist meine Rettung. Plötzlich fühlt sich das Ganze wieder wie Laufen an. Allerdings gesellen sich jetzt leichte Krämpfe in den Füßen dazu. Ich belasse es also einfach bei meinem Trabtempo und genieße die Aussicht, Stimmung und die Anstrengung. Ein Blick auf die Uhr verrät mir, dass das keine Glanzleistung wird heute. Ich schließe endgültig mit sämtlichen Ambitionen ab, mache Fotos und Videos, animiere das Publikum, uns zu animieren. Und habe Spaß. Trotz aller Schwierigkeiten. Ich rechne: Die Höhe fordert 15 Extraminuten. Die Masse an Menschen zehn Minuten und meine kleine Resterkältung fünf Minuten. Macht nach Adam Riese rund 30 Minuten, die ich auf meine bisherigen Halbmarathonzeiten draufpacken darf. Geht doch. La meta Nach 2:20:13 Stunden ist sie endlich da, die ersehnte Ziellinie, „la meta“. Aber Ende ist noch lange nicht. Wir müssen noch gut einen Kilometer gehen, um im Versorgungsdorf eine Banane, Joghurt und Isodrinks zu bekommen, ein paar weitere hundert Meter später bekommen wir dann die Medaillen. Ich bin stolz: Ich habe mich gequält. Ich habe gekämpft. Und ich habe es geschafft. Auf der Vorderseite glänzt ein großes „C“. Wer die ganze, aus sechs Rennen bestehende Serie mitläuft, kann sich nach dem letzten Rennen ein M E X I C O an die Wand hängen. Mir reicht das „C“. Es steht für mich für „Ciudad de Mexico“ (so nennen die Mexikaner Mexiko-City), für „correr“ (laufen) „competir“ (wettkämpfen) und für „caramba“ (mein lieber Scholli). Im Übrigen verneige ich mich vor den Siegern. Die Kenianerin Risper Biyaki Gesabwa war nach 1:16:46 Stunden als erste Frau im Ziel und Juan Luis Barrios Nieves legte mit einer Zeit von 1:06:01 Stunden einen Heimsieg hin – wie kann man bei diesen Bedingungen nur so schnell sein? Für mich war es definitiv der härteste Halbmarathon meines Lebens. Nie zuvor musste ich so mit meinem Körper, den äußeren Umständen und dem inneren Schweinehund kämpfen. Alles in allem ein gutes Training für mein großes Ziel 2018. Ironman, ich komme! MX MEXIKO-CITY – MITTELAMERIKAS METROPOLE AMERIKA MEXIKO­CITY Nächster Halbmarathon in Mexiko-City: 29. Juli 2018 Anreise: Zahlreiche Fluglinien bieten Direktflüge nach Mexiko-City an. Zeitunterschied: MESZ +7 Stunden von April bis Oktober, MEZ +6 Stunden von November bis März. Klima: Mexiko-City liegt in den Tropen und 2250 Meter über dem Meeresspiegel. Tagsüber ist es im Winter mit 20 bis 25 Grad recht warm, nachts jedoch deutlich kühler, teils sogar frostig. Im Sommer zwischen April und Juni wird es um die Mittagszeit mit 25 bis 30 Grad sehr warm. Von Oktober bis Mai ist Trockenzeit und von Juni bis September Regenzeit, in der es meist nachmittags und abends, manchmal aber bis in den Morgen hinein, zu heftigen Schauern kommt. Dann ist es sehr schwül. 012-015_laufen_de_mag_2017_06_mexiko-hm.indd 15 06.10.2017 11:22:58

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