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So fit macht laufen: In der Winterausgabe des Magazins von laufen.de liest du, warum du jetzt starten solltest, wenn du eine Top-Figur haben willst, sobald die ersten warmen Tage nach draußen locken. Und: Eiweiß? Fett? Kohlenhydrate? Darauf kommt es bei der Ernährung wirklich an. | Mehr Sicherheit: So machst du dich sichtbar, wenn's im Winter dunkel ist. | Mehr Zeit fürs Training gewinnen

ANNA HAHNER IM INTERVIEW

ANNA HAHNER IM INTERVIEW Das ist Anna Hahner Mit ihrer Bestzeit von 2:26:44 Stunden – gelaufen 2014 in Berlin – ist Anna Hahner vom Team run2sky.com die achtschnellste Deutsche in der Geschichte des Marathonlaufs. Bei den Olympischen Spielen in Rio war sie 2016 als 81. nach 2:45:32 Stunden Hand in Hand mit ihrer Zwillingsschwester Lisa ins Ziel gelaufen und musste dafür viel Kritik einstecken. Was damals die wenigsten wussten: Schon in der Olympiavorbereitung hatte sie unter großen Schmerzen gelitten, die sich später als Riss einer Sehne herausstellen sollten, die ihre Muskulatur an der Rückseite des rechten Oberschenkels mit dem Becken verbindet. Nach Olympia ist sie 139 Tagen nicht gelaufen, um die Verletzung auszukurieren. Beim BMW Berlin-Marathon feierte sie in 2:28:34 Stunden ein tolles Comeback, wurde Fünfte und beste Europäerin. Mit ihrer Zeit qualifizierte sie sich auch für die Leichtathletik-Europameisterschaften, die 2018 ebenfalls in Berlin stattfinden. ★ Anna Hahner, in Berlin hast du mit 2:28:34 Stunden ein starkes Comeback nach über einem Jahr Marathon-Pause gezeigt. Beschreibe doch mal dein Rennen von Berlin. ★ Anna Hahner: Ich wollte eigentlich ein bisschen langsamer loslaufen und jeden Kilometer genießen. Am Anfang war es relativ kühl, dadurch bekam ich leichte Magenprobleme und musste eine kurze Toilettenpause einlegen. Dann lief es aber einfach. ★ Jetzt hast du auch die Norm für die Europameisterschaften 2018 in Berlin in der Tasche ... ★ ... ja. Ich habe Bock auf die Europameisterschaften und würde starten, wenn mir die Verantwortlichen beim Deutschen Leichtathletik-Verband keine Steine in den Weg legen. ★ Zwischen deinem Auftritt beim olympischen Marathon in Rio 2016, als du Hand in Hand mit deiner Zwillingsschwester Lisa als 81. ins Ziel gelaufen bist, und dem Berlin-Marathon war es sehr ruhig um dich. Wie kam das? ★ Ich bin nach Rio genau 139 Tage keinen Schritt gelaufen. Außer morgens zum Bäcker bin ich nicht mal viel gegangen. Diese Pause war notwendig, um die Verletzung komplett auszukurieren, wegen der ich 2016 keine Trainingseinheit ohne Schmerzen absolvieren konnte. ★ Das war ja fast ein halbes Jahr ohne Sport – womit füllt eine Profi-Athletin denn ihren Tag, wenn Laufen unmöglich ist? ★ Als erstes bin ich für eine Woche in ein Kloster gegangen, als ich nach Rio wieder zu Hause war. Ich wollte mal die komplette Ruhe haben. Seitdem meditiere ich jeden Morgen. Ich glaube, das hat mir in der Laufpause das gegeben, was mir sonst das Laufen gibt. ★ Wie kann man sich diese Meditationen vorstellen? ★ Es geht dabei darum, mit den Gedanken ganz im Hier und Jetzt zu sein. Die Gedanken zuzulassen, ohne sie zu bewerten. Das funktioniert beispielsweise, indem man bei jedem Atemzug zählt. Ich zähle dabei natürlich immer bis 42. ★ Und was bewirkt das? ★ Vor allem mehr Gelassenheit und Zufriedenheit. Mir hat es auch geholfen, kleine Fortschritte im Training zu würdigen. Und wenn man am Abend vor einem Wettkampf um neun Uhr ins Bett gehen will, um sehr früh, sehr ausgeruht aufzustehen, hilft das, zur Ruhe zu kommen und einzuschlafen, ohne dass die Gedanken Karussell fahren. Ich habe mir aber auch immer wieder ganz konkret vorgestellt, wie schnell laufen geht. Das hat dazu beigetragen, es nicht zu verlernen. ★ Was war denn schwieriger: So viele Wochen ganz auf Sport zu verzichten oder die Marathonvorbereitung, die nach der langen Pause fast bei null losgegangen sein muss? ★ Als die Pause begann, wusste ich ja noch nicht, wie lang sie sein würde. Ich habe mich von jedem Druck frei gemacht und mir gesagt: Es braucht so lange, wie es braucht. Und ich wusste ja genau, warum ich diese Pause mache: Um im Alltag und beim Laufen wieder schmerzfrei zu sein. Ich habe das Nichts-Tun so konsequent durchgezogen wie sonst das Training. Als der Tag dann da war, an dem ich erstmals wieder schmerzfrei laufen konnte, war ich super happy. ——— 056 EVENTS & REISEN ER 054-057_laufen_de_mag_2017_06_berlin-marathon.indd 56 06.10.2017 14:33:04

DAS ETWAS ANDERE INTERVIEW ★KINDER-PRESSE- KONFERENZ BEIM BERLIN-MARATHON ★ Wie hat dein Körper auf die lange Pause reagiert? ★ Es war spannend zu beobachten, wie alles weich wurde, die Muskulatur verschwand und ich drei, vier Kilo zugelegt habe. Als meine Oma irgendwann meinte, ich sähe richtig gut aus, war mir klar, dass ich gut im Futter stehe. Mein Appetit war zwar weniger geworden, aber das Wettkampfgewicht zu halten, ist in so einer Phase unmöglich. Aber darum ging es ja auch nicht. ★ Wie beginnt man eigentlich als Profi-Athlet nach so einer langen Pause wieder mit dem Training. So wie Laufeinsteiger – mit Laufen und Gehen im Wechsel? ★ Zunächst mal habe ich an einer Krafttrainingsmaschine die Muskulatur gemessen, dann mit dem Physio und leichten Gewichten die Muskulatur rund um die Verletzung wieder aufgebaut. Dann folgten erste Einheiten auf dem Liegefahrrad, viel Krafttraining, Yoga und Slackline. Als nächstes kam dann Radfahren und Schwimmen. Und am 1. Januar bin ich dann wieder losgelaufen. Nicht ganz langsam, sondern direkt im 4:30er-Schnitt pro Kilometer. Nach einem Kilometer war ich völlig außer Puste. Dann habe ich halt eine Gehpause gemacht und danach ging es weiter. Bis heute ist der Anteil von Radtraining hoch. Das hat phasenweise 70 Prozent der Trainingszeit ausgemacht. Um muskulären Dysbalancen vorzubeugen, trainiere ich auch oft jedes Bein einzeln. Nicht nur beim Krafttraining, sondern auch auf dem Rad. Da trete ich eine Minuten lang nur mit rechts, dann eine Minute lang nur mit links. Das sieht witzig aus, sorgt aber dafür, dass das stärkere Bein nicht die Arbeit für das schwächere machen kann. Der Samstag vor dem Berlin-Marathon gehörte den Kleinen. Hauptsponsor BMW veranstaltete für ausgewählte Berliner Schüler eine Kinder-Pressekonferenz. Dabei hatten 49 Nachwuchsjournalisten der Mühlenau-Grundschule Berlin Zehlendorf die Gelegenheit, Anna und Lisa Hahner sowie der dreimaligen Berlin-Marathon-Siegerin Uta Pippig ihre Fragen zu stellen. Nach der Pressekonferenz ging es weiter zum Mini-Marathon, auf den die Grundschüler aus Zehlendorf von einem ganz besonderen Sportlehrer vorbereitet wurden: Andreas Lemcke ist mit seinen Schülern schon bei allen 29 Mini-Marathons dabei gewesen. Als Eisschnellläufer hat er 1984 an den Olympischen Winterspielen in Sarajevo teilgenommen. ★ Was esst ihr vor dem Marathon? ★ Anna Hahner: Wir essen viel vor dem Marathon. Vier Stunden vor dem Start, also oft um fünf Uhr morgens, frühstücken wir. Ich esse meistens drei Brötchen und Müsli mit Haferflocken und Cornflakes. Manchmal auch nur Brötchen und Cappuccino. ★ Mit wie viel Jahren habt ihr angefangen zu trainieren? ★ Anna Hahner: Wir haben mit sechs Jahren angefangen Tischtennis zu spielen und mit elf Jahren mit Ju-Jutsu, das ist eine Kampfsportart. Und wir waren immer draußen und haben Fußball gespielt. Zum Laufen sind wir erst mit 17 Jahren gekommen. ★ Mit wie viel Jahren seid ihr euren ersten Marathon gelaufen? ★ Uta Pippig: Bei mir war das ein bisschen komisch. Eigentlich wollte ich die kürzeren Strecken laufen. Dann hatte ich eine Wette mit meinem Trainer und meiner Trainingsgruppe. Bei einer Zeit unter 2:48 Stunden im Marathon würden wir alle zusammen schön essen gehen und eine Party machen. Dann bin ich zweimal 30 Kilometer gelaufen, habe mich fünf Wochen gezielt vorbereitet und bin dann 2:47:48 Stunden gelaufen. Ich war damals 19 Jahre alt. Lisa Hahner: Anna und ich waren 22 Jahre alt. Und bei uns war es genau anders herum. Wir wollten immer schon Marathon laufen, denn bei den kurzen Distanzen ist man immer so schnell im Ziel. Eigentlich sind wir durch Joey Kelly zum Laufen gekommen. Wir haben einen Vortrag von ihm gehört, und dann hatten wir das Gefühl, dass Laufen das Tollste auf der ganzen Welt ist. Und das ist es auch. ★ Was ist der schwierigste Moment in der Vorbereitung? ★ Lisa Hahner: Die schwierigsten Momente in einer Vorbereitung sind kleinere und größere Rückschläge – wenn es mal nicht so läuft. Vor allem, wenn es nicht mehr so viele Tage bis zum Marathon sind und man überlegt: „Schaffe ich mein Trainingspensum noch?“ Aber wenn das nächste Training wieder gut ist, sind diese Gedanken schnell verflogen. Anna Hahner: Ihr habt sicherlich auch manchmal schlechte Momente, wenn ihr eine schlechte Note schreibt, oder so. Dann müsst Ihr auch nach vorn schauen und sagen, die nächste Note wird besser. Das ist auch beim Laufen so. Wenn der Wettkampf nicht so gut war, dann darf man kurz traurig sein, aber man muss überzeugt davon sein, dass es beim nächsten Mal wieder besser geht.“ LAUFEN.DE ——— 057 054-057_laufen_de_mag_2017_06_berlin-marathon.indd 57 06.10.2017 14:33:09

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