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So fit macht laufen: In der Winterausgabe des Magazins von laufen.de liest du, warum du jetzt starten solltest, wenn du eine Top-Figur haben willst, sobald die ersten warmen Tage nach draußen locken. Und: Eiweiß? Fett? Kohlenhydrate? Darauf kommt es bei der Ernährung wirklich an. | Mehr Sicherheit: So machst du dich sichtbar, wenn's im Winter dunkel ist. | Mehr Zeit fürs Training gewinnen

EVENTS & REISEN

EVENTS & REISEN Atemberaubende landschaften gemeinsam erleben: Beim TAR teilt man das leid und verdoppelt die schönen momente SCHMERZ GEHT, STOLZ BLEIBT Im lAuFScHRITT ÜBeR dIe AlPeN. deR goRe-Tex TRANSAlPINe-RuN geHÖRT Zu deN HÄRTeSTeN eTAPPeNReNNeN WelTWeIT. 270 KIlomeTeR uNd ÜBeR 15.500 HÖHeNmeTeR SINd AN SIeBeN TAgeN Zu BeWÄlTIgeN. uNSeR TeAm mIT NoRBeRT HeNSeN uNd FRANK BAuKNecHT HAT dAS ZIel eRReIcHT. ÜBeR eINe AuSSeRgeWÖHNlIcHe lAuFWocHe IN deN AlPeN. Text: Norbert Hensen | Fotos: Plan B/Stephan Wieser, sportograf, privat ——— 062 EVENTS & REISEN ER 062-065_laufen_de_mag_2017_06_TAR.indd 62 05.10.2017 14:08:01

Es ist vorbei. Wir sind am Ende. Und das darf man wörtlich verstehen. Der Akku leer. Der Körper will nicht mehr. Vieles tut weh. Aber das spielt jetzt alles keine Rolle mehr. Wir sind Finisher des Gore-Tex Transalpine-Run 2017! Ein halbes Jahr haben wir uns vorbereitet. Jeder für sich. Franky lebt in der Nähe von Stuttgart, ich in Köln. Und trotzdem haben wir die letzten Monate gefühlt gemeinsam trainiert. Jeder wusste vom anderen, wann er wo und wie viel gelaufen ist. Die sozialen Medien machen es möglich. Der TAR war ein Projekt. Sogar ein Lebenstraum. Für mich seit zehn Jahren. Franky hat sich 2014 schon eine Finishermedaille abgeholt. Ich musste 2011 nach einem Bänderriss verletzt aufgeben. Wir beide wussten, was uns erwartet. So ungefähr jedenfalls. Dieses Rennen über sieben Etappen kann man vorbereiten, aber so wirklich planen? Nein. Jeden Tag legt man im Schnitt fast eine Marathondistanz zurück. Nur eben mit 2000 bis 3000 Höhenmetern. Auch ein paar Wochen danach ist die Gemengelage aus Stolz, Schmerz, Freude, Anstrengung, Hochstimmung und Erschöpfung noch nicht vollständig geordnet. Vielleicht passiert das auch nicht mehr. Die Woche war wahnsinnig intensiv und wunderschön. Atemberaubende Natur. Körperliche Anstrengung, die ich aber nie als grenzwertig empfunden habe. Wie heißt es so schön auf einem TAR-Shirt der vergangenen Jahre: „Pain is for the moment, glory is forever.“ Sieben Tage Transalpine-Run im Schnelldurchlauf. TAg 1: VoN FIScHeN NAcH lecH Es ist die Aufregung. Um 3 Uhr bin ich hellwach. Um vier Uhr immer noch. Aber der Wecker klingelt doch erst um 6.30 Uhr. Irgendwann schlafe ich ein. Um Viertel nach sechs wache ich auf. Franky beackert schon sein social media Netzwerk. Was man halt macht, wenn man nicht mehr pennen kann. Draußen regnet es Bindfäden. Frühstück, Sachen packen, ab zum Start. So wird das in der kommenden Woche jeden Tag aussehen. Dann der Startschuss. Die Strecke musste aufgrund des schlechten Wetters verändert werden. Der höchste Punkt wurde rausgenommen – zu gefährlich, sagen die Veranstalter. Die ersten 15 km von Fischen an Oberstdorf vorbei ziehen sich wie Kaugummi. Viel Asphalt, fast flach. Dann endlich ab in den Wald. Trails! Deswegen sind wir ja hier. Der Regen hört auf. Also der von oben. Die Singletrails bergauf sind Bäche, die unsere Füße fluten. Bis zum höchsten Punkt des Tages sind es noch ein paar Kilometer. Wir laufen parallel der Stillach Richtung Schrofenpass. Zeit für Fotos ist bei uns immer. Upps – ein Kilometer in 18 Minuten ist dann doch zu langsam. Noch ein paar Kilometer bis Warth, letzte Verpflegungsstation. Ein halber Liter Cola bringt für die letzten neun Kilometer den Motor nochmal auf Trab. Das Schild „4 km to go“ verleiht uns Flügel. Mit 6:36 Stunden für die ersten rund 44 Kilometer sind wir absolut zufrieden. Und das hätten wir dann auch für den Rest der Woche geklärt: Franky darf zuerst in die Badewanne. Jeder hat eine halbe Stunde. Daran kann man sich gewöhnen! TAg 2: VoN lecH NAcH ST. ANToN Start 9 Uhr. Wir sind ausgeschlafen. Alles fühlt sich gut an. Von Lech geht es über wurzelige Trails durch den Wald, dann über steinige Wanderwege und schließlich über Schneefelder auf den Rüfikopf. Das Klackern der Stöcke beim Aufstieg hat was meditatives. Der Weg ist eine einzige Belohnung für jeden Trainingskilometer im vergangenen halben Jahr. Der Downhill führt über schneebedeckte Wege. Verrückt. Wir haben Anfang September. Dabei knallt die Sonne vom Himmel, dass wir uns einen ordentlichen Sonnenbrand einfangen. Wir sind endlich richtig in den Alpen angekommen. Der Anstieg Richtung Ulmer Hütte - eine Wand. Streckenchef Martin Hafenmair hatte am Abend davor gewarnt. Die Schritte werden kürzer und kürzer. Dass hier oben Zuschauer stehen, die uns mit Kuhglocken anfeuern. Auch so ein Wahnsinn des Transalpine-Run. Von der Ulmer Hütte geht’s bergab nach St. Anton – vorbei an der berühmt-berüchtigten Après- Ski-Bar Moser Wirt. Nach 5:38 Stunden das Ziel. Die Oberschenkel brennen, die Waden auch. Ein paar Mal umgeknickt, aber nix Schlimmes passiert. Ab ins Hotel. Dann die Hiobsbotschaft: keine Badewanne! Dann eben duschen, Füße hochlegen, Facebook bedienen, Pasta-Party, Massage und Strecken-Briefing für den nächsten Tag. TAg 3: VoN ST. ANToN NAcH lANdecK Über tolle Singletrails schlängelt sich der Weg hinauf auf 2050 Meter – und damit ist der höchste Punkt des Tages nach eineinhalb Stunden erreicht. Wir freuen uns gerade über ein gemütliches Restprogramm, als der Weg mit jedem Meter bergab matschiger wird. Knöcheltief versinken wir im Schlamm. Das wäre halb so schlimm, wenn es rechts vom Weg nicht ziemlich steil bergab gehen würde. Franky rutscht noch mehr als ich. Er hat keine Lust mehr. Ich fühle mich heute super, Franky bremst mich. Er hat Recht. Morgen steht die längste und härteste Etappe an, wir müssen Kräfte schonen. Eine weise Entscheidung. Wegen Waldarbeiten muss die Strecke verlegt werden. Statt über Forststraßen geht es über Asphalt Richtung Ziel. Eine Kehre nach der anderen. Frankys Knie und meinem Fuß gefällt das gar nicht. Alles tut weh. Gefühlt sind die 40 Kilometer längst vorbei. Die letzten vier Kilometer nach Landeck sind eine Entschädigung für den Asphalt unter den Füßen. Nach 8:12 Stunden endlich das Ziel. Mein Fuß hat gelitten. Ich hole mir ein Eispack beim Medical Team, um den Fuß zu kühlen. Franky schaut ein Youtube-Video, wie man ein Kinesiotape bei Kniebeschwerden anlegt. Gut, dass wir auch heute wieder unsere Massage gebucht haben. Das Physio-Outdoor Team ist weltklasse – und macht uns fit für die Königsetappe. TAg 4: VoN lANdecK NAcH SAmNAuN Diese Etappe hat es in sich: 47 Kilometer mit fast 3000 Höhenmetern. Durchhalten ist die Devise, irgendwie vor dem Zeitlimit, das auf elfeinhalb Stunden angesetzt ist, ins Ziel retten. Streckenchef Martin ist rigoros. „Wir werden jeden aus dem Rennen nehmen, der an V1 und V2 die Cut-Off-Zeit verfehlt. Wir haben keine Chance, euch vor und hinter der Ochsenscharte aus den Bergen zu holen.“ Franky und ich stehen um 6.30 Uhr bei der Medical Crew. Bei ihm ist eine Kniesehne gereizt, bei mir hat sich die Fußstrecker-Sehne leicht entzündet. Gut getapt laufen wir los. Die ersten 6 Kilometer sind flach - bis es links in den Wald geht. Es folgen 1700 Höhenmeter im Aufstieg. Dann ein wunderschöner Höhenweg durch das Skigebiet von Fiss/ Serfaus. Grüne Bergwiesen, Kühe, Singletrails, Regen, Sonne und ganz oben Schnee auf dem Weg über die Scharte auf über 2800 Metern Höhe. Der Weg nimmt kein Ende. Wir fluchen, feuern uns gegenseitig an. Wollen nicht mehr, schauen immer wieder auf die Uhr, um das Zeitlimit im Blick zu halten. Oben sind es 2 Grad. Streckenchef Martin Hafenmair höchstpersönlich steht hier im Schneeregen, um jeden Läufer abzuklatschen. Krass. Wie auf Schmierseife eiern wir den Berg hinunter. Immerhin: Wir sind eine knappe Stunde vor dem Zeitlimit. Mein Fuß mag nicht mehr. Frankys Knie auch nicht. An V3 schlürfen wir Kartoffelsuppe, trinken Cola, mampfen Käse und Salami. Wir liegen gut in der Zeit, können noch unter 10 Stunden bleiben. Also rennen wir LAUFEN.DE ——— 063 062-065_laufen_de_mag_2017_06_TAR.indd 63 05.10.2017 14:08:05

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