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So fit macht laufen: In der Winterausgabe des Magazins von laufen.de liest du, warum du jetzt starten solltest, wenn du eine Top-Figur haben willst, sobald die ersten warmen Tage nach draußen locken. Und: Eiweiß? Fett? Kohlenhydrate? Darauf kommt es bei der Ernährung wirklich an. | Mehr Sicherheit: So machst du dich sichtbar, wenn's im Winter dunkel ist. | Mehr Zeit fürs Training gewinnen

Als Team

Als Team mynextfinish.com erlebten Frank Bauknecht (l.) und Norbert Hensen eine intensive und wunderschöne Woche beim Transalpine-Run 2017 plötzlich 6er-Schnitt. Dass das überhaupt noch läuft, grenzt an ein Wunder. Nach 9:58 Stunden laufen wir in Samnaun über die Ziellinie. Mordskaputt und einfach nur glücklich. Eine Badewanne wäre der Hit. Gibt´s aber nicht. Tag 5: Von Samnaun nach Scuol Geschafft. Ich liege im Bett. Und könnte die nächsten Tage genau hier bleiben. Alles tut weh. Aber das ist ja nichts Neues. Eben habe ich die offizielle Tageszusammenfassung des Veranstalters Plan B gelesen. Auch bei den Spitzenteams wird kräftig ausgesiebt. Im Rennen sind zwei blutjunge Schwedinnen, die hier Tag für Tag nur wenige Männer-Teams vorlassen. Beide haben mittlerweile geschwollene Sprunggelenke. Ob sie durchkommen? Ich wünsche es ihnen! Wir lassen uns heute zu einem etwas schnelleren Schritt verleiten. Das geht bis zur ersten Verpflegungsstelle (V1) mit 700 Höhenmetern recht gut. Aber dann wird es zäh, weil die 13 Kilometer zwischen V1 und V2 so gar nicht vergehen wollen. Als meine Schmerzen im Fuß größer werden, kommt das mentale Tief. Franky ist heute der eindeutig Stärkere. Immer wieder spannt er sich als Lokomotive vor mich. Ich versuche, blind zu folgen. Als der zweite Anstieg kein Ende nehmen will und dann noch im steilsten Abschnitt der gesamten Woche gipfelt, ist die Stimmung am Tiefpunkt. Es ist die erste richtige Krise bei mir. Ab der letzten Verpflegung bei Kilometer 35 geht es wieder etwas besser. Und Richtung Ziel können wir sogar nochmal rollen lassen und einige Teams überholen. Der Zieleinlauf in Scuol entschädigt für die ganze Qual. Über eine 200 Meter lange und 150 Meter hohe Holzbrücke geht es ins Ziel. Zum Hotel, zur Massage, zum Essen, ins Bett. Tag 6: Von Scuol nach Prad Ich will doch frühestens morgen heulen. Es sind noch 500 Meter bis ins Ziel nach Prad am Stilfserjoch. Das Wetter, die Berge, die Strecke - ein Traum. Meine Verfassung: ein Alptraum. Dass ich nach 45 Kilometern auf dieser Etappe im Ziel ankomme, verdanke ich heute nur meinem Teampartner. Als wir dem Ziel entgegenlaufen, bedanke ich mich bei Franky. „Ach was“, meint er nur, „du hast heute gut gekämpft, das zählt. Los, komm – noch ein paar hundert Meter.“ Ich bin zum ersten Mal so gerührt, dass ich eine Träne verdrücke. Aus Erschöpfung, aus Dank. Einfach nur froh, diesen Ritt überstanden zu haben. Nach dem Start um sieben Uhr in Scuol wird mir nach wenigen Minuten klar – das ist heute nicht dein Tag. Dabei habe ich mich so auf die Uina-Schlucht gefreut. Dieses von Menschen in Stein gemeißelte Wunder. 1908 wurde begonnen, den etwa 1,30 Meter breiten und 600 Meter langen Felsenweg in das Kalkgestein zu sprengen. Die Bauarbeiten wurden im Jahr 1910 abgeschlossen. Seitdem gelangt man hier von der Schweiz nach Südtirol. Der Weg hinauf ist gar nicht mal steil – aber für mich mühsam. Franky hat heute einen Sahne-Tag – das macht die Sache nicht einfacher. Er hüpft über die Steine, hat Zeit für Selfies. Ich hinke mehr als ich laufe, mein Fuß schmerzt. Der erste Downhill steht bevor. Das wird meinen gereizten Bändern und Sehnen nicht guttun. Der Downhill ist steil. Richtig steil. Franky lässt laufen. Ich mache langsam. An V2 wartet Franky auf mich. Fast zehn Minuten steht er hier – vor der Zeitmessmatte. Die müssen wir gemeinsam überqueren. Prad ist nicht mehr weit. Kurz vor V3 geht es flach über die Straße. Plötzlich läuft es wieder. Wir kämpfen uns ins Ziel. Ob ich das heute ohne ihn geschafft hätte? Ich weiß es nicht ... Tag 7: Von Prad nach Sulden Noch einmal über den Berg. Über den höchsten der ganzen Woche. Ein Gewitter ist im Anmarsch. Regen und Kälte vorhergesagt. Die letzte Etappe als richtiger Rauschmeißer. TAR zum Abgewöhnen!? „Nur“ 31 Kilometer lang – aber mit der 2900 Meter hohen Tabarettascharte wird es noch einmal hochalpin. Meine größte Sorge: was machen die Füße? Nach wenigen Metern merke ich - kein Vergleich zu gestern. Frisch und ausgeruht ist anders, aber sie funktionieren. Franky fühlt sich wieder stark. Der Kerl könnte noch eine Woche dranhängen. Die Kilometer zählen wir heute rückwärts. Irgendwann ist die Hälfte geschafft. Nur noch 15 – das ist doch ein Witz! Okay, nicht ganz, denn nach dem schon steilen Aufstieg zur Berglhütte, wo uns der Hüttenwirt mit einem warmen Kaminzimmer, Kuchen und heißem Tee empfängt, geht es über Geröll Richtung Tabarettascharte. Der Weg zieht sich länger als gedacht – aber das kennen wir ja schon. Ich spüre Schritt für Schritt, dass die Kraft verbraucht ist. Franky könnte schneller hinauf. Aber heute heißt die Devise: ankommen. Gesund ankommen. Und danach nur noch: feiern. Am höchsten Punkt gibt es das obligatorische Foto. Auch heute steht Streckenchef Martin oben bei Kälte und Wind auf dem Grat und klatscht die Läufer ab. Immer wieder kommt die Sonne kurz durch, der Nebel gibt den Blick auf den mächtigen Ortler frei. Der Lauf über den Grat zum Bärenjoch ist ein letztes alpines Highlight bevor der letzte Abstieg beginnt. Rund 1100 Höhenmeter bergab. Mein Fuß hält – so einigermaßen. Man gewöhnt sich halt an Schmerzen. Noch 5, 4, 3, 2 Kilometer. Plötzlich taucht das letzte Schild auf – 1 km to go. Selfie! Und kurz danach steht Robin mit unserem Jutebeutel parat. Baströckchen haben wir eingepackt und eine goldene Brille mit Krone hat Franky besorgt. Hand in Hand geht es die letzten Meter in die Festhalle in Sulden. Und dann? Keine Tränen. Die Emotionen wissen noch nicht so recht, was zu tun ist. Eigentlich empfinde ich gerade nur eines: Leere. Ja, es ist geschafft. Ein bisschen Stolz. Aber nur ein bisschen. Wir machen die üblichen Fotos mit Medaille. Und jetzt? Wir sehen andere weinen. Franky geht es ähnlich wir mir. Er kennt das schon aus 2014. „Damals habe ich erstmal nix gespürt, war einfach nur froh, es geschafft zu haben. Die Emotionen kommen viel später“, sagt er. Ich hatte es anders erwartet. Aber es ist okay so. Wir müssen alles erstmal verarbeiten. Und das braucht seine Zeit. FAZIT: Der Mix macht es Mit ein wenig Abstand wird mit klar, dass es neben der unbeschreiblich schönen Natur vor allem das Gesamtprodukt Transalpine-Run ist, das den Reiz dieser 7-tägigen Reise über die Alpen ausmacht. Es ist der Tross aus fast 1000 Menschen, die alle ihren Teil dazu beitragen, dass dieser Lauf so emotionsgeladen, so außergewöhnlich, aber auch so gut organisiert ist. Man kann anders die Alpen überqueren. Gemütlicher. Als Hüttenwanderung. Aber dieser Mix aus sportlicher Herausforderung, Freundschaft, Zusammenhalt, Freud und Leid gibt dem TAR die besondere Würze. Es schmeckt sicherlich nicht jedem gleich gut. Wir haben manchmal geflucht, oft gelitten, aber irgendwie jeden Meter genossen. Wir würden es wieder tun. ——— 064 EVENTS & REISEN ER 062-065_laufen_de_mag_2017_06_TAR.indd 64 05.10.2017 14:08:07

7 eTAPPeN, 270 KIlomeTeR, 15.500 HÖHeNmeTeR VoN 292 gemeldeTeN TeAmS eRReIcHeN 192 NAcH SIeBeN eTAPPeN, RuNd 270 KIlomeTeRN uNd ÜBeR 15.000 HÖHeNmeTeRN dAS ZIel IN SuldeN Am oRTleR IN SÜdTIRol. dIe eTAPPeN Im ÜBeRBlIcK: 4. eTAPPe Von Landeck nach Samnaun über ca. 47 Kilometer (2950 HM/1900HM). Die Königsetappe führt von Österreich in die Schweiz. Das Team mynextfinish.com schaffte es in knapp unter 10 Stunden ins Ziel 1. eTAPPe Von Fischen im Allgäu nach Lech über ca. 44 Kilometer (1690 Höhenmeter im Aufstieg/1050 HM im Abstieg). Im Regen, aber gut gelaunt, starten Norbert Hensen (l.) und Frank Bauknecht als Team mynextfinish.com das Abenteuer Transalpine-Run 2017 2. eTAPPe Von Lech nach St. Anton am Arlberg über ca. 26,5 Kilometer (1800 HM/1930 HM). Die kürzeste Etappe führt durch Schneefelder und über wunderschöne Trails in den österreichischen Skiort St. Anton. Nach 5:38 Stunden ist das Team mynextfinish.com im Ziel 5. eTAPPe Von Samnaun nach Scuol über ca. 40 Kilometer (2220 HM/2780 HM). Von der ersten Verpflegung bis ins Ziel ist es noch ein langer Weg mit vielen Downhills. Nach 7:56 Stunden läuft unser Team im schönen Schweizer Bergdorf Scuol ein 6. eTAPPe Von Scuol nach Prad am Stilfserjoch über ca. 45 Kilometer (1690 HM/1980 HM). Die Uina-Schlucht ist ein großes Highlight auf dem Weg nach Südtirol. Bei Frank Bauknecht (Foto) läuft es super, sein Teampartner hat einen schweren Tag 3. eTAPPe Von St. Anton nach Landeck über ca. 44 Kilometer (2200 HM/2670 HM). Tough Mudder in den Alpen. Der Regen hat die Wege in matschige Trails verwandelt. Etwas über acht Stunden sind Norbert Hensen (Foto) und Frank Bauknecht unterwegs 7. eTAPPe Von Prad nach Sulden am Ortler über ca. 31 Kilometer (2650 HM/1660 HM). Das große Finale über den höchsten Punkt der ganzen Woche. Und im Ziel eine innige Umarmung, dieses Rennen gemeinsam gefinisht zu haben ZWEI JUNGE SCHWEDINNEN BEGEISTERN Zu Fuß über den Alpenhauptkamm. In einer Woche als Zweierteam. Darum geht es beim Gore-Tex Transalpine-Run (TAR) seit 2005. 292 Teams starteten dieses Jahr am 3. September von Fischen im Allgäu zu einem der spektakulärsten Läufe weltweit. Am Ende des Rennens siegten die Vorjahres-Vierten Benjamin Bublak/Christoph Lauterbach (GER/GER) in 29:44:03 Stunden. Mit einem Rückstand von 1:14:52 Stunden erreichten die als Favoriten gehandelten Stephan Hugenschmidt/Matthias Dippacher (GER/GER) das Ziel als Zweite, Rang drei ging an die Schweizer Adrian Zurbrügg/Jonathan Schmid. Als harte Probe erwies sich das Finale auch für Lina und Sanna El Kott Helander (Foto). Die jungen Schwedinnen, 23 Jahre jung und eineiige Zwillinge, siegten auf allen sieben Etappen mit großem Vorsprung, kämpften am Ende aber mit schmerzhaften Knöchelentzündungen. Den Sieg in der Klasse Master Men holten sich wie im Vorjahr die Deutschen Florian Holzinger und Stefan Holzner mit sieben Etappenerfolgen. Mit ihrer Gesamtzeit von 30:16:11 Stunden lagen sie noch vor Hugenschmidt/Dippacher, den Zweiten in der Kategorie Men. Sehr stark besetzt war auch die Kategorie Senior Master Men, die Dr. Thomas Miksch (mit seinem achten Sieg!) und Partner Jörg Schreiber (vierter Sieg beim TAR) in 34:08:10 Stunden gewannen. LAUFEN.DE ——— 065 062-065_laufen_de_mag_2017_06_TAR.indd 65 05.10.2017 14:08:20

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