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In dieser Ausgabe liest du, wie du 2017 zu deinem Jahr machst. Wer jetzt mit dem Laufen beginnt, lebt einfach gesünder, schlanker und glücklicher. Außerdem in dieser Ausgabe: Die Pfunde purzeln lassen: 10 ganz einfachen Ernährungsregeln, mit denen du garantiert abnimmst. Aktiv werden, aktiv bleiben: Wie aus Einsteigern Dauerläufer werden. Die besten Laufjacken: Damit macht Laufen im Winter noch mehr Spaß!

Rot, orange, gelb, blau:

Rot, orange, gelb, blau: Der Computer zeigt, an welchen Stellen der größte Druck auf dem Fuß lastet. Daraus zieht der Berater im Laufladen wichtige Schlüsse für seine Laufschuh-Empfehlung → Auf der Suche nach neuen Laufschuhen führt der erste Gang meist in den Laufladen, dem der Läufer vertraut. Auch bei mir. Laufanalysen werden hier meist gratis angeboten. Ich wähle zwei renommierte Kölner Geschäfte: Runners Point und den Shop von Bunert, der zur Gruppe der „Laufprofis“ gehört. In beiden Ladenlokalen stehen zwei ähnliche Systeme zur Verfügung: eine Druckmessplatte und eine Laufbahn quer durch den Laden, ausgestattet mit einer Hochgeschwindigkeitskamera, um anschließend sein Laufvideo auf dem Monitor zu sehen. Peter Münchrath von Runners Point im Kölner DuMont-Carré erstellt zunächst ein Läuferprofil, fragt mich nach Wochenkilometern und Laufeinheiten pro Woche. Er will eine Ahnung bekommen, wie gut mein Bewegungsapparat ans Laufen gewöhnt ist. Dann soll ich eine einbeinige Kniebeuge rechts und links machen, so dass Peter meine Beinachse im Stand und in Bewegung checken kann – alle Parameter gibt er in ein Gerät ein. Das spuckt dann aus, welche Art von Schuh ich brauche. Für das Ergebnis gehe ich sechmal über die Druckmessplatte im Boden. Über 4000 Sensoren messen meine Abrollbewegung und zeigen am Ende ein buntes Bild mit vielen kleinen Kästchen. Rot zeigt die Druckspitzen im Fuß, blau bedeutet wenig Druck. Die weiße Linie ist die Kraftverlaufslinie – bei mir recht symmetrisch. Immerhin. Noch ein Klick und das System sagt: Ich brauche einen neutralen Schuh, denn die stoßdämpfende Einknickbewegung im Knöchel ist nicht stärker ausgeprägt als physiologisch erforderlich. Einen neutralen Schuh laufe ich mit dem Dynaflyte von Asics eh. Herauszufinden, welches Modell noch besser passen könnte, ist nun Aufgabe des Beraters. Peter bringt mir drei Paar Schuhe: den Brooks Ghost 9 Women, den Saucony Ride 9 und den Asics Gel-Cumulus 8. Beim Anziehen geht es um das erste Gefühl des Kunden und das sagt mir: Beim Ghost stören mich die Zehenkappen. Der Saucony drückt an den Seiten. Der Gel Cumulus passt dafür wie angegossen. Und ist zufällig auch noch pink. Zum Abschluss schickt mich Peter auf die Laufbahn und schaut sich meine Bewegungen in den neuen Schuhen an. Passt. Aber ich habe ja noch ein paar Laufanalysen vor mir. Also auf zu Bunert. Der Laufladen auf der Aachener Straße in Köln ist eine beliebte Anlaufstelle für Läufer aller Leistungsklassen. Ich mache den gleichen Test mit der Druckplatte, allerdings macht mir die Software hier im Anschluss direkt konkrete Schuhvorschläge. Das System stammt aus Hamburg, wo im Currex-Forschungsinstitut zweimal jährlich neue und bekannte Laufschuhe auf Herz und Nieren getestet werden. So bleibt die Datenbank aktuell und die Schuhvorschläge sind nicht von gestern. Martin Schumacher von Bunert schaut sich meine aktuellen Laufschuhe an. Die Sohlenabnutzung verrät ihm schon ein wenig über meinen Laufstil. Er fragt mich nach Verletzungen und Laufzielen und bringt mir dann drei Paar Schuhe: den Saucony Kinvara 7 – der passt ganz gut, aber das Design gefällt mir nicht. Den Saucony Triumph Iso - auch hier stört mich die Zehenkappe. Am besten sitzt der Brooks Mazama mit einer etwas profilierteren Sohle. Zunächst sitzt er zu locker, aber als ich den Schuh auf Empfehlung von Martin anders schnüre wird der Schuh zu einem Treffer. Bunert bietet auch einen Online-Laufschuhberater. Ich fülle aus, wie viel Lauferfahrung ich habe, wie schwer ich bin und wie breit meine Füße sind. Dann klicke ich an, ob ich Asphalt, Wald oder Trail laufe und schon bekomme ich eine Liste von Vorschlägen. Allerdings dienen die Ergebnisse eher als Orientierung. Beratung und Anprobe sind unerlässlich. Technik und Software sind zudem immer nur so gut wie ihr Nutzer. Peter von Runners Point hat 20 Jahre Lauferfahrung, ist seit 15 Jahren im Laufgeschäft tätig und hat zahlreiche Seminare besucht. Martin ist Läufer mit Coaching-Erfahrung, macht Triathlon und arbeitet ebenfalls seit vielen Jahren im Laufgeschäft. Er hat gute Ratschläge parat, die nichts mit dem Verkaufen von Schuhen zu tun haben: „Läufer sollten noch einmal halb so viel Zeit, wie sie fürs Laufen aufwenden, in Krafttraining und Gymnastik investieren, um Muskeln, Sehnen und Bänder langfristig zu stärken und zu dehnen.“ Ob im Fitnessstudio, einem Outdoor-Camp, mit der Blackroll, beim Yoga oder Pilates – laufen alleine reicht eben nur selten. Martin hat Tipps und Kontakte zu Lauftrainern und Vereinen, zum Laufstil und für passende Übungen parat. Wir kommen ins Plaudern, reden über Wettkämpfe 2017 und nach zwei Stunden gehe ich nach Hause – vorerst ohne neue Schuh. Das Stabi-Training mache ich nämlich barfuß. ANITAS FAZIT: AUF BERATUNG UND TESTLÄUFE KOMMT‘S AN! Die Druckmessung würde sicher nützlichere Ergebnisse liefern, wenn sie beim Laufen statt beim Gehen stattfände. Und programmierte Software kann zwar eine Hilfestellung bei der Schuhauswahl geben, aber Laufstile lassen sich kaum mit Algorithmen einordnen. Entscheidend sind also Beratung und Probeläufe. Wer medizinisch relevante Sorgen mitbringt oder Schmerzen beim Laufen hat, sollte zusätzlich einen Facharzt konsultieren. Zudem bietet eine Laufbahn im Geschäft weder Stock noch Stein noch Hügel, sodass der Laufstil hier zu clean ist. Wer es genau wissen will, kann eine Analyse unter freiem Himmel machen. ——— 040 EQUIPMENT & MODE EM 038-043_laufen.de_mag_2017_01_schuhe.indd 40 02.12.2016 14:18:24

#02 BEIM PHYSIO­ THERAPEUTEN: BEWEGUNGS­ ANALYSE AUF DEM LAUFBAND↓ Mein nächster Weg führt mich zu einem Physiotherapeuten, der Laufstilanalysen anbietet und daraus auch Tipps zum Laufschuhkauf ableitet. Aber vor allem gibt er Hinweise, wie man sein Training gestalten sollte, sodass individuelle Defizite minimiert werden und das Risiko für Verletzungen sinkt, die durch suboptimale Bewegungsmuster verursacht werden. Differenzierte Bewegungsanalyse heißt das bei David Jeckel. Er hat in Holland seinen Bachelor in Physiotherapie und anschließend seinen Master in Manueller Therapie in Deutschland gemacht und leitet „ProAthletes“ in Köln. Hier steht der ganze Sportler im Mittelpunkt, nicht nur sein Laufstil. In der sehr persönlichen Anamnese geht es zunächst um das Trainingspensum, das sonstiges Verhalten (Stress, Ruhe, Work-Life-Balance), Vorverletzungen und natürlich die Schuhe. Alles zusammen beeinflusst den Gesundheitszustand und damit auch das Laufen. Es folgen einbeinige Kniebeugen, Sprünge und Koordinationsabfolgen als physiotherapeutische Bewegungstests. Ich komme ordentlich ins Schwitzen und sehe im Spiegel vor mir die ersten Defizite. Vor knapp einen Jahr war ich verletzt. Außenbandriss im Fuß, Innenbandzerrung im Knie – bis heute nicht zu übersehen. Das Knie weicht nach innen aus. Mein linker Fuß wackelt. Davids visuelle Beurteilung bestätigt das. Er betrachtet die Form der Wirbelsäule, die Beinachse und die Statik des Bewegungsapparates. Dann analysiert er, wie ich auf dem Laufband gehe und laufe – ohne und mit Schuhen. Die Ergebnisse vergleicht er mit vorhandenen Normwerten – wobei David betont: „Jedes Gangund Laufbild ist individuell, sodass in der Beurteilung gewisse Abweichungen ganz normal sein können. Wesentlich ist der Vergleich zwischen barfuß und mit Schuhen.“ Wer komisch läuft, läuft also nicht gleich falsch. Glück gehabt. Für jede Anatomie mag ein anderer Stil der richtige sein. Schuhe können positiven und negativen Einfluss auf den Stil haben. Aber vor allem gibt es viel zu tun: Mein Becken kippt zu stark, die Füße kommen extrem mit der Außenkante auf den Boden, meine Beine kommen in der Schwungphase nur wenig nach vorne – Schuld sind mein leichtes Hohlkreuz und mein zu untrainierter Bauch. Ach ja und meine vertikale Höhe verändert sich beim Laufen recht stark. Ich verschwende also Energie nach oben, statt alles nach vorne zu investieren. Um meine Defizite auszubügeln, zeigt mir David Übungen zur Kräftigung der Rotatorenkette, Hüftstabilität und der Bauchmuskulatur. Und ich soll mir mehr Pausen gönnen, sagt David: „Wenn man immer gestresst ist, kann der Körper auch beim Laufen nicht voll abliefern.“ Klingt logisch. Die Tipps sind gut, und mir wird klar, dass das perfekte Training wohl wichtiger ist als der perfekte Laufschuh. ANITAS FAZIT: HIER GEHT‘S UM THERAPIE UND TRAINING Auf dem Laufband läuft man anders als draußen. Der Läufer reagiert mehr darauf, dass er von dem Band nach hinten gezogen wird, als dass er aktiv nach vorn läuft. Wer vor allem draußen läuft, sollte zusätzlich eine Analyse im Stadion machen, denn auch der Untergrund beeinflusst die Schuhwahl. Langfristige manuelle Therapie kann dem Läufer helfen. Allerdings ist hier Ausdauer gefragt: Bis seit langem bestehende Schmerzen verschwinden und sich der Bewegungsapparat an einen veränderten Laufstil anpasst, kann viel Zeit vergehen. Dabei helfen auch die neuesten Schuhe nichts. Kosten: 99 Euro für die reine Laufanalyse, 149 Euro mit Physiotherapie und Nachbereitung. EXTRA­TIPP: SCHUHE EINFACH INDIVIDUELL ANPASSEN Oft helfen Kleinigkeiten wie eine andere Schnürung oder eine leichte Sporteinlegesohle, um einen Laufschuh noch besser an den eigenen Fuß anzupassen. Braucht man beispielsweise einen breiten Schuh, mag der an einigen Stellen dann doch zu groß sein. Das kann zu Reibung und in der Folge zu Blasen führen. Hier kann es helfen, den Schuh anders zu schnüren als vom Hersteller ab Werk vorgesehen. Auch spezielle Einlegesohlen, die man anstatt der im Schuh vorhandenen Standardsohlen verwendet, können helfen. Solche Sohlen können das Laufgefühl verändern, indem sie den Kontakt zum Schuh und damit zum Boden direkter oder indirekter gestalten, ohne die Bewegung des Fußes zu korrigieren. Ein Korrektiv zu eventuell vorhandenen Fehlstellungen oder suboptimalen Bewegungsabläufen sind orthopädische Einlegesohlen. Sie werden vom Arzt verschrieben und von Fachleuten individuell so angefertigt, dass sie perfekt zur Anatomie des Fußes und zum Bewegungsablauf passen. LAUFEN.DE ——— 041 038-043_laufen.de_mag_2017_01_schuhe.indd 41 02.12.2016 14:18:24

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# 05 | 2016 September/Oktober