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In dieser Ausgabe liest du, wie du 2017 zu deinem Jahr machst. Wer jetzt mit dem Laufen beginnt, lebt einfach gesünder, schlanker und glücklicher. Außerdem in dieser Ausgabe: Die Pfunde purzeln lassen: 10 ganz einfachen Ernährungsregeln, mit denen du garantiert abnimmst. Aktiv werden, aktiv bleiben: Wie aus Einsteigern Dauerläufer werden. Die besten Laufjacken: Damit macht Laufen im Winter noch mehr Spaß!

↘ FÜR DEN

↘ FÜR DEN DIESJÄHRIGEN NEW YORK- MARATHON HATTEN SICH 256 LÄUFER ANGEMELDET, DIE AN DIESEM TAG GEBURTSTAG HABEN. Laufen vor einmaliger Kulisse: Man läuft in New York zwar nicht zwischen den Wolkenkratzern rund um das Empire State Building, aber auch so ist die Strecke durch alle fünf Stadtbezirke einmalig EIGENTLICH WOLLTE LAUFEN.DE-REDAKTEURIN ANJA HERRLITZ NIE EINEN MARATHON LAUFEN. EIGENT- LICH. ABER DIE CHANCE, BEIM GRÖSSTEN MARATHON DER WELT, IN NEW YORK, MIT DABEI ZU SEIN, KONNTE SIE SICH DANN DOCH NICHT ENTGEHEN LASSEN. Diesen Text sollte es gar nicht geben. Ich wollte nie einen Marathon laufen. Nie. Nordpol, Ida, Emil. Ist mir einfach zu lang. Die Vorstellung, stundenlang durch die Gegend zu laufen, hat mich einfach abgeschreckt. Ganz zu schweigen von der Vorbereitung. Ich kann mir Besseres vorstellen, als am Wochenende mehr als drei Stunden einen Fuß vor den nächsten zu setzen. Ausruhen zum Beispiel. Meinetwegen auch putzen – inklusive Klo. Ich bin einfach kein Langstreckentyp. Zehn Kilometer sind okay, das macht selbst mir Spaß. Aber 42,195? No way! Es ist nicht so, dass ich Marathonlaufen doof finde. Ich war schon bei vielen Marathonveranstaltungen, fand es immer sehr bewegend und war begeistert. Ich wollte es bloß einfach nicht selbst machen. Und dann saß ich da am 2. November 2014 und schaute mir den New York-Marathon im Fernsehen an. Und dann rutschte mir der Satz raus: „Ich werde niemals einen Marathon laufen – außer ich bekomme einen Startplatz in New York.“ Im Nachhinein schiebe ich es auf die Hormone. Zwei Monate zuvor kam meine Tochter zur Welt – ich stand wahrscheinlich noch unter einem Hormon-Drogen-Cocktail. Sonst kann ich mir diese Aussage nicht erklären. Ich meine, ich hatte noch deutlich Kilos von der Schwangerschaft zu viel drauf. Gelaufen war ich zu diesem Zeitpunkt seit einigen Monaten nicht mehr richtig. Ich war von einem Marathon ungefähr so weit weg wie eine Schnecke von der Schallgeschwindigkeit. Vielleicht war es einfach das ziemlich sichere Gefühl, dass es sowieso nicht klappen würde, einen Startplatz beim wohl beliebtesten Marathon der Welt zu bekommen. Jedes Jahr bewerben sich weit mehr Leute, als es Startplätze gibt. Aber da hatte ich die Rechnung ohne meinen Freund gemacht. Der fragte nur trocken: „Nächstes oder übernächstes Jahr?“ Ich: „Übernächstes.“ Damit war das Thema erst einmal erledigt, das Kind schrie. Wahrscheinlich ahnte die Kleine schon, dass auch sie mich auf einigen Vorbereitungsläufen würde begleiten müssen. Denn: Er schaffte es wirklich. Ich bekam meinen Startplatz. Und war dann auch zu stolz einzugestehen, dass ich kneife. Da musste ich jetzt durch. Und ich gebe zu: Ich freute mich. Auch wenn mir etwas mulmig war. Schließlich war ich bis zu diesem Zeitpunkt höchstens einen Halbmarathon gelaufen. Schaffe ich das überhaupt? ZWISCHEN ZWEIFEL UND EUPHORIE Als am 1. November 2015 der Startschuss für den New York-Marathon fällt, bin auch ich unterwegs. Allerdings im Kölner Park. Bei schönstem Herbstwetter laufe ich 10 Kilometer und beschließe, dass das der offizielle Startschuss für meine Vorbereitung ist. Bis zu diesem Zeitpunkt bin ich nach der Schwangerschaft nie länger als 10 Kilometer gelaufen. Und war auch nicht an zwei aufeinanderfolgenden Tagen unterwegs. Das ändert sich nun. Ich laufe meist zweimal unter der Woche. Am Wochenende stehen zwei Läufe auf dem Plan, einer davon wird mein langer Lauf. Die Strecke steigere ich von Woche zu Woche etwas. Im März der nächste Motivationsschub: Ich bin beruflich in New York. „Hier laufen? Mit Tausenden, die dich anfeuern? Das flasht einen bestimmt!“, denke ich beim Blick vom Empire State Building. Wieder daheim wird gelaufen. Einmal freue ich mich, dass ich immer länger laufen kann – und mir gleichzeitig Strecken, die mir vormals lang vorkamen, nun ganz leicht von der Hand gehen. Ein anderes Mal nervt mich das Laufen. Im Urlaub auf Kreta zum Beispiel. Wo ich gern noch im Bett läge, statt morgens noch vor dem Frühstück alle zwei Tage meine Laufschuhe zu schnüren. Oder, wenn ich eigentlich gar keine Zeit habe, sie mir aber trotzdem freischaufele. Deshalb ist für andere Dinge zu wenig Zeit. Manchmal ist der Kühl- ——— 046 EVENTS & REISEN ER 044-049_laufen.de_mag_2017_01_new_york.indd 46 01.12.2016 13:59:01

Ein endloser Läuferwurm zieht sich am Lauftag stundenlang durch New Yorks Straßen. 2016 erreichten von 51.995 Startern 51.388 das Ziel. Rekord! ↘ LÄUFER AUS 124 LÄNDERN KAMEN BEIM NEW YORK- MARATHON 2016 INS ZIEL. schrank leer, das Kita-Frühstück muss morgens irgendwo auf dem Weg noch besorgt werden. ORGANISATION IST DAS A UND O Als die Läufe immer länger werden, stehen mein Freund und ich vor einem neuen Problem. Bislang waren wir immer zusammen unterwegs, die Kleine im Babyjogger. Wir gehen mittags laufen, so kann sie ihren Mittagsschlaf unterwegs machen. Das Problem: Unsere Laufzeit wird immer länger, ihre Schlafenszeit immer kürzer. Die Folge: Ich laufe allein los, wir treffen uns unterwegs, laufen ein Stück zusammen. Wenn ich danach mit dem Auto und Kind heimfahre, läuft mein Freund nach Hause. So kommen wir beide auf unser Pensum. Es dauert nur unglaublich lang, viel mehr ist an diesem Tag nicht mehr drin. Meine Ziele sind ganz einfach: Ich will diesen Marathon einfach schaffen. In einer Zeit, die schneller ist, als ich sie gehen könnte. Viele Leute verstehen das nicht. Ich müsse doch ein Zeitziel haben. Nein, habe ich nicht. Ich will mich nicht unter Druck setzen und den Spaß verlieren. Schon so stoße ich manchmal an meine Grenzen. Meinen ersten 30-Kilometer-Lauf mache ich allein. Ohne Getränke. Im leicht hügeligen Gelände. Auf teilweise recht unebenem Untergrund. Nicht optimal, geht aber an dem Tag nicht anders. Nach 25 Kilometern hocke ich mich an den Wegrand. Ich kann nicht mehr und ich will auch nicht mehr. Ich zweifele das ganze Projekt an. Das dumme nur: Ich habe den Startplatz schon bezahlt und auch einen Flug gebucht. Jetzt zurückziehen? Dann hätte so viel Geld zum Fenster rausgeschmissen, also muss ich durch. Ich raffe mich auf, schaffe die letzten 5 Kilometer auch noch irgendwie. BEFLÜGELT IN BUDAPEST Und zwei Wochen später sieht die Sache schon ganz anders aus. Im Rahmen des Budapest-Marathon laufe ich 35 Kilometer – meinen längsten Lauf in der Vorbereitung. Und ich warte und warte. Wann kann ich nicht mehr? Wann tut alles weh? Aber: nichts passiert. Nach 30 Kilometern fühle ich mich noch so frisch, dass ich noch einmal Tempo mache. Den letzten Kilometer laufe ich eine Minute schneller als die ersten 30 im Durchschnitt. Ich bin euphorisch. Dann ist es endlich so weit. Freitag vor dem Lauf fliegen meine Freund und ich nach New York. Auch wenn wir nur wenige Tage unterwegs sind – mein Koffer ist voll. Zu zwei Dritteln mit Laufklamotten. Ich will für alle Fälle gerüstet sein. Ich weiß, dass ich für zwei Läufe keine fünf langen und drei kurzen Hosen brauche, aber ... Frauenlogik. Oder vielleicht Läuferlogik? Egal, ich will nicht, dass es nach all der langen Vorbereitung an der falschen Hose scheitert. Am Samstag schnuppere ich schon einmal Rennluft. Wir laufen eine kleine Runde durch den Central Park, wo ich am nächsten Tag ins Ziel laufen werde. Als wir dort ankommen, laufen gerade die ersten Läufer des 5-Kilometer-Rennens am Vortag des Marathons ins Ziel. Bei mir kommt zum ersten Mal ein richtiges Kribbeln im Bauch auf. Ich sehe die Läufer ins Ziel stürmen und freue mich schon darauf, wenn ich es am nächsten Tag auch machen kann. Viel mehr als Startnummer abholen steht nicht mehr auf dem Programm, ich lege die Füße hoch, gehe abends gut essen – und schlafe dann erstaunlich gut und tief. Um 5:15 Uhr klingelt der Wecker. WARTE-MARATHON VOR DEM LAUF-MARATHON Um 6:00 Uhr fährt der Bus zum Start – ganz schön früh, wenn man erst um 10:40 Uhr startet. Aber der Grund ist einfach: Die Verrazano Narrows Brücke, auf der gestartet wird, wird natürlich irgendwann für den Verkehr geschlossen. Dann kommt niemand mehr auf diesem Weg zum Start. Zwar kann man auch mit der Fähre nach Staten Island fahren und wird von dort mit dem Bus zum Startbereich gebracht, aber auch das dauert seine Zeit. Ist an diesem Morgen aber auch kein Problem. Alle haben sich dick angezogen und etwas mitgebracht, auf das sie sich setzen können: alte Decken, Pappschachteln, Schaumstoffunterlagen. Damit suchen wir uns einen windgeschützten Ort in der Sonne und holen uns vorher Bagels, Bananen und Tee. LAUFEN.DE ——— 047 044-049_laufen.de_mag_2017_01_new_york.indd 47 01.12.2016 13:59:04

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# 05 | 2016 September/Oktober